Nele ist erschöpft, müde und alles fühlt sich gerade wieder einmal nach zu viel an. Sie kennt dieses Gefühl. Es ist nicht zum ersten Mal da. Einige Gründe, warum sie immer wieder an diesem Punkt kommt, sind ihr klar.
- Sie tendiert dazu, für alles und jeden die Verantwortung zu übernehmen.
- Sie trägt in der Familie immer die meiste Last – egal ob Organisation des täglichen Lebens, Kinder oder Beziehungspflege.
- Sie ist eine Kümmerin und stellt sich selbst aus Gewohnheit oft hinten an.
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Mehr InformationenWenn Überverantwortung zur inneren Dauerbelastung wird
Aber in diesem Moment fragt sie sich: Liegt es wirklich nur daran? Andere kommen besser mit Stress klar als ich. Bin ich vielleicht einfach zu schwach?
Die Antwort lautet: Nein. Nele ist nicht zu schwach. Aber sie trägt nicht nur die ganze Last von heute, sondern auch noch die Überlastung aus ihrer Kindheit.
Warum Überlastung im Körper gespeichert bleibt
Überlastung, Stress und Erschöpfung werden im Körper gespeichert und bleiben oft Jahrzehnte.
Wir suchen die Gründe für innere Überlastung, Erschöpfung und andere Symptome viel zu oft am falschen Ort – nämlich in der Gegenwart. Tatsächlich bleibt aber auch alter Stress, beispielsweise aus unserer Kindheit, im Körper gespeichert.
Das heißt: Wenn du bereits als Kind permanent überfordert warst, weil du nicht richtig Kind sein konntest und die Rolle eines Erwachsenen in der Familie übernehmen musstest, kannst du dir das bildlich so vorstellen:
Dein inneres Fass ist durch die Überlastung in der Kindheit bereits zur Hälfte gefüllt. Kommen nun weitere Anforderungen dazu, ist dein Fass schneller voll. Du fühlst dich schneller erschöpft oder überfordert.
Wie frühe Prägungen heutige Erschöpfung verstärken
Durch die Prägungen, die entstehen, wenn man als Kind bereits eine Erwachsenenrolle übernehmen musste, kommt in der Regel immer mehr Last dazu.
Denn wenn du als Kind viel zu früh, viel zu viel tragen musstest, haben sich Verhaltensweisen entwickelt, die du auch heute noch fortführst. Zum Beispiel:
- Sich zuerst um alle anderen kümmern
- Anderen Last und Verantwortung abnehmen, egal wie schwer es dir selbst gerade fällt
- In Beziehungen immer die Person sein, die am meisten einbringt und trägt
- Der verlässliche Hafen für alle sein, während dich selbst oft niemand auffängt
Die Folge: Zum bereits vorhandenen inneren Stress kommt – ausgelöst durch diese aktiven Verhaltensweisen – weiterer Stress. Es ist daher wenig verwunderlich, dass du dich oft erschöpft fühlst oder sich Überforderung durch Überverantwortung breitmacht.

Parentifizierung – wenn Kinder Erwachsene spielen
Bevor wir dazu kommen, wie du das Problem an der Wurzel – nämlich an der Überlastung deiner Kindheit – angehen kannst, lass uns schauen, wie sehr du als Kind von sogenannter Parentifizierung betroffen warst.
Wie viele der folgenden Anzeichen treffen auf dich zu?
- Du hast die Probleme in der Familie deutlich mitbekommen oder wurdest sogar involviert, obwohl du noch ein Kind warst.
- Rücksicht und Zurückhaltung waren deine zweiten Vornamen.
- Es hat dir an kindlicher Leichtigkeit gefehlt – du warst selten unbeschwert.
- Du hast oft Sätze gehört wie „Du bist so reif für dein Alter“, „Was würde ich ohne dich tun?“ oder „Du bist so vernünftig“.
- Man hat dir Aufgaben übertragen, für die du noch zu klein warst – z. B. Mama trösten, Papa stützen, auf Geschwister aufpassen, Haushalt übernehmen.
- Du hast selten frei ausgesprochen, was du dir wünschst, um deine Eltern nicht zu belasten.
- Du hast dich innerlich verantwortlich dafür gefühlt, dass es den anderen gut geht.
- Du hattest das Gefühl, immer stark sein zu müssen.
Wenn dir zwei oder mehr dieser Anzeichen bekannt vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du von Parentifizierung betroffen warst.
Parentifizierung ist ein Begriff aus der Psychologie. Vereinfacht erklärt bedeutet er, dass man dir nicht die Rolle eines Kindes zugestanden hat, sondern du lernen musstest, erwachsen zu sein, weil andere -beispielsweise die Eltern – es nicht vollständig konnten.
Die Wurzel der Parentifizierung und ihre Auflösung
Eine Kindheit, in der man nicht unbeschwert Kind sein durfte, hat Folgen. Denn wie bereits beschrieben, setzt du die Verhaltensweisen, die dazu führen, dass du mehr trägst als andere, einerseits fort und andererseits wirkt der Stress von damals weiter.
Um solche tiefsitzenden Muster zu lösen, braucht es Geduld, Wiederholung und viele liebevolle Schritte. Entscheidend ist die innere Umprogrammierung.
Diese beginnt, wenn du dich von innen heraus davon überzeugst,
- dass du nicht nützlich und für alles verantwortlich sein musst, um geliebt zu werden
- dass du nicht doppelt so viel tragen musst wie andere, um in Beziehungen willkommen zu sein
- dass du kein Packesel bist, der so lange zu viel trägt, bis er zusammenbricht
Viele Menschen schaffen diese Umprogrammierung mithilfe tiefenwirksamer innerer-Kind-Arbeit. Neben dem Erneuern innerer Glaubenssätze, die zu neuen Verhaltensmustern im Hier und Jetzt führen, bietet sie zwei weitere heilsame Möglichkeiten:
Wir können das nachnähren, was damals gefehlt hat – kindliche Leichtigkeit und bedingungslose Liebe. Dieses Prinzip nennt sich Reparenting.
Das Ergebnis erfolgreicher innerer-Kind-Arbeit ist ein befreites Leben im Hier und Jetzt – ohne ständige Überverantwortung und alte Blockaden. Genau das und noch vieles mehr lernst du in meinem 6-Wochen-Inneren-Kind-Intensivkurs in der Variante „nur für mich“ oder „Innere-Kind-Mentor“.
Es ist unglaublich, wie anders sich ein Leben ohne diese alten Lasten anfühlen kann. Erfahre hier mehr über den Inneren-Kind-Intensivkurs, den bereits mehr als 2.500 Menschen absolviert haben und in dem 15 Jahre meiner Erfahrung mit innerer-Kind-Arbeit stecken.

Erste Praxisschritte für mehr innere Leichtigkeit
Zum Schluss möchte ich dir wie immer erste kleine Praxisschritte mitgeben, mit denen du deine alten Wunden ein Stück weit schließen und dir selbst mehr Leichtigkeit schenken kannst.
Übung 1: Das entlastete Kind (5–7 Minuten)
Diese Übung nimmt deinem Nervensystem aktiv Last.
- Setz dich ruhig hin, beide Füße am Boden.
- Stell dir dein jüngeres Ich vor – in einem Alter, in dem du viel zu viel getragen hast.
- Sieh dieses Kind mit all seinen Aufgaben, Sorgen und Verantwortungen.
- Sag innerlich (oder leise):
„Das war zu viel für dich. Ich sehe das. Du darfst das jetzt abgeben.“ - Stell dir vor, wie du dem Kind symbolisch etwas abnimmst (einen Rucksack, einen Korb, ein Gewicht). Nimm es entgegen und stell es ab.
- Lege dem Kind die Hand auf die Schulter oder nimm es in den Arm und sag:
„Du hast genug getragen. Es darf jetzt leicht für dich werden.“
Übung 2: Leichtigkeit ohne Zweck – Rebellion gegen das alte Muster
Wähle eine Handlung, die
- völlig sinnlos ist
- niemandem hilft
- kein Ergebnis bringt
Beispiele:
- absurd zu einem Lied tanzen, das dir eigentlich peinlich ist
- laut und falsch mitsingen
- dir dein Lieblingsspielzeug aus der Kindheit kaufen und damit spielen
- Seifenblasen entstehen lassen
- schaukeln, Karussell fahren, Hula-Hoop
Davor oder währenddessen sag innerlich:
„Ich bin sicher, auch wenn ich nichts beitrage.“
Du willst noch tiefer tauchen?
In meinem Inneren Kind Intensivkurs gehen wir an den Ursprung – dorthin, wo deine Muster entstanden sind. Du wirst verstehen, warum du dich oft überforderst, anpasst oder zurücknimmst und lernen, dich daraus zu lösen. Der Kurs ist bald wieder buchbar: Inneren-Kind-Intensivkurs in der Variante „nur für mich“ oder „Innerer-Kind-Mentor“
Herzlich, deine Melanie





