6 Dinge, die du für normal hältst, obwohl sie eigentlich bedeuten, du wirst ausgenutzt

Ich wurde jahrelang ausgenutzt und hab es nicht bemerkt.

  • Im Job, wo ich das Doppelte leistete wie der Durchschnitt, aber nur die Hälfte verdiente
  • In Freundschaften, wo ich ständig die Rechnung, einen Gefallen oder die Organisation für den gemeinsamen Urlaub übernahm
  • In Beziehungen, wo ich die Verantwortung für Haushalt, Beziehungsthemen, den Mental Load und natürlich die komplette Organisation vom Sozialleben managte
  • In Freundschaften, wo ich aktiv nachfragte, mich meldete, die Beziehung pflegte – von anderen aber aktiv nur etwas kam, wenn sie Hilfe benötigten

Und ja, ich dachte, das wäre normal. Ich fühlte keine Ungerechtigkeit und schlussfolgerte: Geben ist meine Identität. Aber das ist sie nicht.

Niemandes Identität ist es, immer mehr zu geben als zu empfangen.

Ausgenutzt werden und es zuzulassen ist psychologisch betrachtet keine Eigenschaft, sondern eine erlernte Anpassungsstrategie, um sich sicher, wertvoll und zugehörig zu fühlen.

Dazu später noch mehr. Jetzt lass uns erstmal schauen, ob auch du betroffen bist, aber dir das noch nicht bewusst ist.

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6 Dinge, die du für normal hältst – in Wahrheit wirst du ausgenutzt

1. Du bedankst dich ständig dafür, dass jemand seinen Anteil übernimmt

Das erste Anzeichen, das viele übersehen, ist „Überdankbarkeit“. Du bist es derart gewohnt, dass du alles trägst, dass du enorm dankbar dafür bist, wenn der andere nur seinen eigenen Anteil übernimmt.

Zum Beispiel: Du kochst jeden Tag – an einem einzigen Tag in der Woche kocht dein Partner und du bedankst dich überschwänglich und lobst ihn vielleicht sogar noch vor anderen.

Oder: Jemand, für den du schon sehr viel getan hast, tut dir einen kleinen Gefallen. Er kostet ihn 10 Minuten. Du fällst ihm um die Arme, wiederholst deinen Dank über Minuten, Stunden, Tage oder Wochen und überlegst dir natürlich sofort etwas, was du ihm dafür zurückgeben kannst.

Dankbarkeit ist schön – Überdankbarkeit ist ein Muster, das schmerzhafterweise sagt: Ich muss dir dankbarer sein als du mir, weil du ja wichtiger und wertvoller bist als ich.

2. Wenn du einmal Nein sagst, reagiert dein Umfeld irritiert oder verärgert

Menschen sind Gewohnheitstiere – und dein Umfeld hat sich daran gewöhnt, dass du jederzeit abrufbereit bist und nicht aufmuckst. Sagst du dann notgedrungen oder vielleicht, weil du gerade dabei bist, Grenzen setzen zu lernen, doch mal Nein, rebelliert es.

Deine Mitmenschen sind irritiert oder gar verärgert. Denn unterbewusst haben sie dich ausgewählt, weil du aus Erfahrung der einfachste Weg bist – nämlich diejenige, die immer Ja sagt, zustimmt und gibt. Dass du es jetzt nicht tust, wirft sie aus der Bahn. Sie reagieren stark.

Das Interessante: Wäre das Nein von jemand anderem gekommen, wäre die Reaktion des Gegenübers ruhiger und gefasster ausgefallen. Einfach, weil man es von dir gewohnt ist! Aber Gewohnheiten kann man ändern.

3. Du trägst mehr als alle anderen – und alle tun so als wäre das okay

Stell es dir mal bildhaft vor: Du fährst mit deinem Partner, zwei deiner Freunde und einem deiner Kollegen in den Urlaub. Ihr habt 5 Koffer und 4 Taschen dabei. Jeder trägt eine Tasche und du trägst alle 5 Koffer.

Ja, stell dir dieses Bild wirklich vor. Erscheint dir das richtig? Gerecht? Normal? Vermutlich nicht. Aber genau so sieht die Realität von vielen Menschen aus, die in das Muster – ausgenutzt werden – hineingeraten sind.

Sie übernehmen im Job, zu Hause, in Freundschaften, in der Familie oder Partnerschaft permanent massiv mehr als andere.

Und sie merken dieses Ungleichgewicht oft nicht, weil ihr Nervensystem früh gelernt hat, Zugehörigkeit durch Übernahme von Verantwortung zu sichern. Was einst Bindung stabilisierte, wird später als „normal“ erlebt – selbst dann, wenn es objektiv ungerecht ist.

Eine Person zieht einen Rollkoffer durch eine große, dunkle Halle mit starkem Licht-Schatten-Kontrast – ein Sinnbild dafür, wie sich Ausgenutzt werden als einsames Weitergehen ohne Unterstützung anfühlen kann.

4. Du meldest dich regelmäßig – der andere nur, wenn er etwas braucht

Der Klassiker. Du betreibst aktive Beziehungspflege, bist die treibende Kraft in Freundschaften, aber von der anderen Seite kommt selten aktiv etwas oder eben nur, wenn deine Hilfe benötigt wird.

Kurzum: Es gibt wenig menschliches Interesse an dir, während du dem anderen deine Zuneigung, deine Zeit und deine Aufmerksamkeit schenkst.

Dieses Muster wird zwar am häufigsten selbst erkannt, aber aus Angst vor dem Alleinsein oder sonst gar niemanden zu haben, nehmen es Menschen, die in der Ausgenutzt-Spirale stecken, oft trotzdem hin. Alte Verlustängste sind oft der stärkste Treiber dafür.

5. Dein Nein braucht Gründe – das der anderen nie

Bei einer Firmenweihnachtsfeier vor einigen Jahren: Mein Chef fragte einen Kollegen, ob er spontan den morgigen Journaldienst übernehmen könne. Seine Antwort: „Nein, das geht morgen leider nicht.“

Die nette Kollegin betrat den Raum – er richtete sich zu ihr: „Frau Hauser, könnten Sie morgen den Journaldienst übernehmen, es ist jemand ausgefallen?“ Die Kollegin druckste herum, sagte aber schließlich: „Würde ich wirklich sofort machen, aber morgen schaff ich das leider wirklich nicht.“

„Warum?“ Ja genau, der Chef wollte von Frau Hauser eine Erklärung, die sie ihm auch gab – ausführlich – sehr ausführlich sogar – aber vom Kollegen wurde diese nicht eingefordert.

Das ist also ein weiteres klares Anzeichen dafür, dass deine Grenzen schwach sind und du ausgenutzt wirst, auch wenn es dir oft normal erscheint, dass du dich rechtfertigst.

6. Deine Leistung wird genutzt, aber ein Danke oder „Wow, großartig“ kommt nie

Du wirst gebraucht, aber überhaupt nicht wertgeschätzt. Und das merkst du sehr klar daran, dass deine Leistung im Job, in der Beziehung und Co. zwar ständig vorausgesetzt und genutzt wird, aber nie oder nur sehr selten ein Danke oder ein Lob kommt.

Du erinnerst dich kaum noch an:

  • die letzten wertschätzenden Worte
  • das letzte Dankgeschenk
  • das letzte Kompliment für etwas, was du gut gemacht hast

Das ist leider ein psychologisches Phänomen. Die Dankbarkeit gegenüber Menschen, die ständig geben und leisten, sinkt, während die von jenen Menschen, die selten schenken, steigt. Weil das seltene Geben etwas Besonderes ist, erscheint sie dem einfachen Bewusstsein als wertvoller.

Ist unser Selbstwert gestärkt, empfinden wir das als ungerecht. Ist er vom Außen abhängig, nehmen wir die Situation so hin und bleiben ausgenutzt.

Eine Frau sitzt vor einem Computer und hält sich erschöpft die Hand vor das Gesicht – ein Ausdruck innerer Überforderung, wie sie beim Ausgenutzt werden im Arbeitsalltag entstehen kann.

Beziehungen funktionieren nur, solange du funktionierst

Dieser Punkt fasst vieles perfekt zusammen.

  • Treffen funktionieren, solange du sie organisierst
  • Familienfeiern funktionieren, solange du es bist, die einlädt, kocht, managt
  • Beziehungen funktionieren, solange du dich zurücknimmst und die Bedürfnisse aller anderen priorisierst
  • Freundschaften funktionieren, solange du mehr gibst als nimmst
  • Verbindungen halten, solange du schluckst, dich abrackerst und ja sagst

Das ist das typische Bild, das beschreibt, dass du im Muster des Ausgenutztwerdens feststeckst. Bevor wir jetzt dazu kommen, wie du da rauskommst, schauen wir uns mal die Ursachen im Überblick an.

Warum nehme ich es hin, ausgenutzt zu werden?

  • Verschobene Normalität
    Wer früh gelernt hat, mehr zu geben als zu bekommen, erlebt Ungleichgewicht als vertraut – und verwechselt Vertrautheit mit Normalität.
  • Bindung vor Selbstschutz
    Das Nervensystem priorisiert Zugehörigkeit stärker als Fairness. Lieber angepasst und verbunden als klar und allein.
  • Selbstwertkompensation durch Leistung
    Wenn der eigene Wert unbewusst infrage steht, wird Geben zur Strategie, um Berechtigung zu erzeugen. Mehr Einsatz fühlt sich dann wie Ausgleich an – nicht wie Ungerechtigkeit.

Damit wird klar – um das Muster zu lösen, dürfen wir tief in unserem Inneren, bei erlernten Schutzstrategien und Ängsten, ansetzen. Es gilt, alte Wunden bewusst anzusehen, Glaubenssätze zu lösen, Gedanken zu wählen, die deinen Selbstwert stärken und zu lernen, dich selbst wichtig zu nehmen. Schritt für Schritt erschaffst du genau dadurch Veränderung.

Gerne biete ich dir dazu meine Unterstützung an. Schau dir hierzu mein 9 Wochen Programm – den Selbstliebe-Lehrgang in der Variante „nur für mich“ oder Selbstliebe-Trainer ZFU anerkannt und zertifiziert an.

Akute Hilfe aus der Spirale „ausgenutzt zu werden“ – Mentale-Switch-Übung

Abschließend habe ich dir noch einen kleinen Notfallkoffer mitgebracht, oder anders gesagt, ein mentales Tool, das du sofort und wirkungsvoll einsetzen kannst. Nimm dir eine aktuelle Situation vor, in der du etwas übernimmst.

Stell dir nur diese drei Fragen:

  • Würde ich das, was gerade von mir erwartet wird, auch dann tun, wenn es niemand erwartet – aus eigenem Interesse oder Freude?
  • Würde das hier auch funktionieren, wenn ich heute nichts beitrage?
  • Würde ich das von einer Person, die ich liebe, genauso erwarten?

Wenn mindestens eine Antwort innerlich „Nein“ ist, ist es kein Geben mehr – sondern ein Muster. Die Antwort hilft dir, bewusst zu sagen – okay, das ist ein altes Muster und ich entscheide mich, jetzt daraus auszubrechen.

Ich hoffe, du bist auf deiner Reise zu mehr Selbstliebe, Erfüllung und emotionaler Freiheit wieder einen Schritt weitergekommen.

Deine Reise zurück zu dir selbst beginnt hier

Wenn du dir jetzt noch mehr wünscht als den ersten Schritt. Wenn du dich bereit fühlst für eine Reise zurück zu dir und deiner emotionalen Freiheit, dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt dir meinen Selbstliebe-Lehrgang anzusehen.

Nur jetzt geöffnet: Der Selbstliebe Lehrgang  in der Variante „Nur für mich“ oder „Selbstliebe Trainer zertifiziert“.

  • 9 Wochen – psychologisch fundiert – tiefe Transformation
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Mehr Infos zum Lehrgang!

Von Herzen, deine Melanie

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