Du weißt längst, dass Grenzen setzen notwendig ist, aber dennoch fällt es dir verdammt schwer. Denn immer, wenn du es tust, eröffnet dein Gegenüber entweder ein Drama oder du fühlst dich einfach nur mies, weil dich sofort das schlechte Gewissen packt.
Die Wahrheit ist nämlich: Die meisten Grenzen müssen wir Menschen gegenüber setzen, die wir mögen, lieben oder zumindest nicht verletzen wollen. Und genau das ist oft verdammt schwer, weil 90 % der Grenzen so formuliert sind, dass sich dein Gegenüber abgelehnt oder vielleicht sogar angegriffen fühlt.
Dadurch entsteht zwischen euch ein stiller oder manchmal auch lauter Konflikt. Außerdem gesellt sich im Nu dein schlechtes Gewissen dazu. „Bin ich egoistisch?“ oder „War ich gemein?“ ruft die innere Stimme dann. Dein Drang, genau das zu vermeiden, ist völlig natürlich. Und so kommt es, dass du auf deine Grenzen, die du so dringend brauchst, oft verzichtest.
Aber keine Sorge, damit bist du nicht alleine und es gibt eine Lösung. Und genau darum geht es im heutigen Blog – wie du lernst, Grenzen zu setzen ohne schlechtes Gewissen.
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Mehr InformationenVorbereitung beim Grenzen setzen: Finde heraus, wo deine persönlichen Grenzen liegen
Bevor es losgeht, ist es wichtig, dass du dir deiner Grenzen bewusst wirst. Eines der häufigsten Probleme meiner Klientinnen ist, dass sie gar nicht genau wissen, wo ihre Grenzen liegen. Viele bemerken erst im Nachhinein, dass jemand ihre Grenze überschritten hat – und dann ist es meist zu spät.
Es lohnt sich also, dir deine Grenzen ins Bewusstsein zu holen, damit du sie rechtzeitig erkennst und setzen kannst. Gehe in Gedanken mal die letzten drei bis sechs Monate durch und schreib alle Situationen auf, in denen jemand deine Grenze überschritten hat.
Allein das Aufschreiben hilft dir dabei, eine Grenzüberschreitung beim nächsten Mal schneller und besser zu erkennen. Mehr dazu findest du auch in diesem Blog: So geht Abgrenzung – Schritt für Schritt Guide.
Schlechtes Gewissen und Drama beim Grenzen setzen vermeiden
Jetzt kommen wir zur Praxis. Und bestimmt fragst du dich, wie du mit nur drei Sätzen sowohl dein schlechtes Gewissen als auch die Reaktion deines Gegenübers beeinflussen kannst. So viel vorab: Es ist möglich – und zwar, indem du Worte wählst, die sowohl dein als auch das Nervensystem deines Gegenübers beruhigen.
Wesentlich ist häufig auch – vor allem bei nahestehenden Menschen – dass sich dein Gegenüber nicht abgelehnt fühlt. Nicht nur seinetwegen, sondern auch deinetwegen. Denn je enttäuschter oder gekränkter er reagiert, desto größer fällt in der Regel das schlechte Gewissen aus, das dann an dir nagt.
Du bist nicht verpflichtet, jede Grenze so sacht wie möglich zu setzen.
Im Grunde schuldest du niemandem eine Rechtfertigung. Aber für das Seelenwohl der meisten Menschen ist es besser, die 3-Satz-Formel zu verwenden, die das Konfliktpotenzial und das Schuldigfühlen minimiert.

Die 3-Satz-Formel zum Grenzen setzen
Diese Formel funktioniert in fast jeder Situation – in Partnerschaft, in der Familie, mit Freunden oder auch im Beruf. Ohne Vorwürfe, aber mit Kraft und Strategie. Und so funktioniert sie:
1. Satz – „Ich spüre, dass …“
Du beschreibst dein Empfinden, nicht das Verhalten des anderen.
Beispiel: „Ich spüre, dass mich diese Bemerkung getroffen hat.“
Oder: „Ich spüre, dass ich im Moment an meiner Belastungsgrenze bin.“
2. Satz – „Ich brauche …“
Du nennst, was du brauchst, ohne es zu rechtfertigen.
Beispiel: „Ich brauche etwas Raum, um meine Gedanken zu sortieren.“
Oder: „Ich brauche, dass wir respektvoll miteinander reden, auch wenn wir uns nicht einig sind.“
3. Satz – „Darum werde ich …“
Du übernimmst Verantwortung für dein Handeln.
Beispiel: „Darum kann ich die Aufgabe diesmal nicht übernehmen.“
Oder: „Darum sage ich heute ab – und melde mich, wenn mir wieder nach einem Treffen ist.“
Konkrete Situationen und was du sagen kannst
1. Familiäre Einmischung / unerwünschte Ratschläge
Ich spüre, dass mich solche Kommentare gerade verunsichern.
Ich brauche das Gefühl, meine Entscheidungen selbst treffen zu dürfen.
Darum möchte ich jetzt nicht weiter darüber sprechen.
2. Kollegin bittet um Übernahme einer Aufgabe
Ich spüre, dass ich im Moment an meiner Belastungsgrenze bin.
Ich brauche heute den Fokus auf meine eigenen Projekte.
Darum kann ich die Aufgabe diesmal nicht übernehmen.
3. Partner macht verletzende Bemerkung
Ich spüre, dass mich diese Bemerkung getroffen hat.
Ich brauche, dass wir respektvoll miteinander reden, auch wenn wir uns nicht einig sind.
Darum ziehe ich mich kurz zurück, bevor ich weiterrede.
4. Freundin lädt ein, obwohl du Ruhe brauchst
Ich spüre, dass ich im Moment keine Energie für Gesellschaft habe.
Ich brauche heute einfach Zeit für mich, um wieder runterzukommen.
Darum sage ich heute ab – und melde mich, wenn mir wieder nach einem Treffen ist.
5. Eltern thematisieren private Themen (Kinderwunsch, Beziehung, Geld etc.)
Ich spüre, dass mir diese Fragen unangenehm sind.
Ich brauche etwas Privatsphäre bei diesem Thema.
Darum möchte ich das lieber nicht besprechen.

Grenzen setzen ohne Schuldgefühle: Was du über Reaktionen verstehen musst
Durch die 3-Satz-Formel werden Grenzen nicht mehr als Mauern erlebt, weil du nicht gegen jemanden sprichst, sondern für dich. Ich habe die Technik vielfach in der Praxis getestet – und sie funktioniert.
Dennoch werden wir nicht immer auf ein verständnisvolles „Ja, natürlich – ich verstehe deine Grenze“ treffen. Denn nicht jedes Gegenüber ist reflektiert genug. Zumal ein geschwächtes Selbstwertgefühl auch eine klar und sanft gesetzte Grenze manchmal als Angriff wertet.
Und ebenso wird dein schlechtes Gewissen nicht immer sofort verschwinden. Das ist aber kein Wunder, denn du hast es dir meist über viele Jahrzehnte antrainiert. Wenn dein inneres System sagt – alle anderen sind wichtiger als ich, oder du Angst hast, verlassen zu werden, dann entsteht häufig trotzdem das Gefühl von Schuld.
Selbstliebe als Basis für gesunde Grenzen
Und deshalb ist es essenziell, dass du lernst, tief in dir zu glauben und zu verstehen, dass du Grenzen setzen darfst, weil du Raum für dich verdienst. Es ist essenziell, dass du das verankerst und wirklich daran glaubst, dass du an erster Stelle stehen darfst.
Zusammengefasst heißt das: Für ein befreites und erfülltes Leben brauchst du eine strahlende innere Selbstliebe und einen gesunden Selbstwert. Und genau dazu habe ich dir heute ein Geschenk mitgebracht. Meine 0 Euro 14-Tage Selbstwert-Strahlen-Reise.
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Herzlich, deine Melanie





