Einst war ich eine Meisterin des Runterschluckens. Ich schluckte aus Angst vor Konflikten, aus Angst, zu viel zu sein, und aus Angst, abgelehnt oder nicht mehr geliebt zu werden. Ich passte mich an, hielt still und tat oft so, als wäre alles gut. Heute weiß ich: Was wir ständig runterschlucken, vergiftet irgendwann unser Inneres.
Deshalb habe ich dir heute 8 Dinge mitgebracht, die ich mir früher gefallen ließ – und heute nie wieder tolerieren würde. Vielleicht auch Inspiration für dich, wo du zukünftig nein sagen und für dich selbst einstehen darfst.
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Mehr Informationen1. Meinen Körper von anderen beurteilen oder kommentieren lassen
Ich war 18, als eine Kollegin meinte: Die weiße Hose betone meine eh schon üppigen Beine.
Was ich heute dazu sagen würde: Ihr Kommentar hatte wenig mit meinen Beinen zu tun, aber alles mit ihren eigenen Komplexen. Kleidung muss mich nicht schmälern. Schon gar nicht, damit andere sich wohler fühlen.
Psychologischer Hintergrund: Kein Mensch, der mit sich und seinem Körper im Reinen ist, kritisiert den Körper anderer. Warum auch? Körperkritik ist meist ein Spiegel innerer Unzufriedenheit. Wer sich selbst abwertet, versucht durch das Abwerten anderer kurzzeitig Kontrolle oder Überlegenheit zu empfinden.
2. Mich als anstrengend bezeichnen lassen
Ich war 24 und bis über beide Ohren verliebt, als er sagte: „Ach sei doch nicht immer so zickig und anstrengend. Kannst du nicht einmal normal sein? Ich mag jetzt echt meine Ruhe haben.“
Was ich heute dazu sagen würde: Ich bin nicht anstrengend, sondern echt. Wenn dir meine Gefühle und Bedürfnisse zu viel sind, dann liegt das nicht an mir, sondern an deinen Ängsten und Glaubenssätzen. Wer mich so behandelt, verliert den Zugang zu mir – und fertig.
Psychologischer Hintergrund: Begriffe wie „anstrengend“ oder „zickig“ werden oft benutzt, um jemanden emotional zu entwerten, wenn man sich überfordert fühlt. Dahinter stecken meist emotionale Unreife, mangelnde Kommunikationsfähigkeit oder die Unfähigkeit, Nähe zuzulassen. Es ist eine Schutzreaktion, kein Urteil über dich oder dein Verhalten.
3. Mich emotional verfügbar halten, während ich selbst verhungere
Ich war 31, als eine Freundin zum dritten Mal nachts anrief, heulend, verzweifelt – und ich trotz völliger Erschöpfung für sie da war. Ein Jahr später, als ich selbst jemanden gebraucht hätte, kam nur: „Ich kann das grad nicht tragen.“

Was ich heute dazu sagen würde: Ich bin gern da – aber nicht mehr um jeden Preis. Freundschaft ist keine Einbahnstraße. Wenn der andere nur nimmt, aber nie gibt, ist das eine einseitige, ungesunde Beziehung, die ich nicht mehr führen will.
Psychologischer Hintergrund: Wer dauerhaft über die eigenen Grenzen hinweg hilft, wird leicht zur Projektionsfläche – und oft ausgenutzt. Der Mensch neigt dazu, sich das zu nehmen, was leicht verfügbar ist. Wer kein klares Nein ausspricht, wird als immer „verfügbar“ wahrgenommen – und verliert in den Augen anderer paradoxerweise an Wert.
4. Mich von oben herab behandeln lassen
Ich war 16, machte eine Lehre und servierte gerade Kaffee im Büro, als ein Anwalt mich abschätzig ansah und sagte: „Bei mir fängt der Mensch erst beim Titel an.“
Was ich heute dazu sagen würde: Wenn du Menschlichkeit an Titeln misst, sagt das nichts über meinen Wert – aber alles über deinen Charakter. Ich war damals 16, aber schon weiter als du.
Psychologischer Hintergrund: Wer andere herabsetzt, versucht sich selbst aufzuwerten. Dahinter steht meist ein fragiler Selbstwert, der nach außen über Status oder Macht stabilisiert wird. Ein starkes Selbst braucht keine Bühne – ein schwaches sehr wohl.
5. Mir vorschreiben lassen, wie man ein gutes Leben führt
Ich war 32, als ein Verwandter mich fragte, wann ich denn endlich heiraten und Kinder kriegen würde, damit ich es im Leben doch noch zu etwas bringe.
Was ich heute dazu sagen würde: Wie gut, dass mein Leben kein Beweisstück für dein Weltbild ist. Mein Weg ist nicht weniger wert – nur weil er nicht deiner ist.
Psychologischer Hintergrund: Gesellschaftliche Normen und traditionelle Lebensentwürfe geben Sicherheit – vor allem jenen, die selbst nie ausgebrochen sind. Wer andere in klassische Rollen drängt, stabilisiert damit oft unbewusst das eigene Wertesystem. Aber Lebensglück ist keine Einheitsgröße. Wer sich anpasst, nur um Erwartungen zu erfüllen, verliert oft sich selbst.

6. Mich in der Liebe zum Kompromiss meiner selbst machen
Ich war 29, in einer Beziehung, in der ich jedes zweite Bedürfnis runterschluckte, um nicht „zu fordernd“ zu wirken.
Was ich heute dazu sagen würde: Liebe, die nur funktioniert, wenn ich mich kleiner mache, ist keine Liebe – sondern emotionale Erpressung. Ich muss nicht weniger sein, um mehr zu gefallen.
Psychologischer Hintergrund: Viele Menschen schlucken ihre Bedürfnisse, weil sie gelernt haben: Wer zu viel will, riskiert Zurückweisung. Statt Konflikte einzugehen, wird geschwiegen – aus Angst, nicht geliebt zu werden. Doch dauerhaftes Runterschlucken führt dazu, dass man sich selbst entfremdet. Was nicht ausgesprochen wird, staut sich – und zeigt sich später oft als Wut, Erschöpfung oder Beziehungsfrust.
7. Mich für meine Sensibilität schämen lassen
Ich war 24, saß mit Freunden in einer Bar und hatte Tränen in den Augen, als jemand eine berührende Geschichte erzählte. Einer aus der Runde lachte laut und sagte: „Du bist echt ein bisschen übertrieben empfindlich.“
Was ich heute dazu sagen würde: Empathie ist keine Schwäche – sie ist ein Geschenk. Wenn du dich vor echten Gefühlen fürchtest, ist das nicht mein Problem. Ich fühle tief – und das ist Stärke, keine Macke.
Psychologischer Hintergrund: Sensibilität ist keine Störung, sondern eine Form intensiver Wahrnehmung. Wer sich daran stört, hat oft selbst keinen Zugang zu den eigenen Emotionen. Gesellschaftlich wird Fühlen häufig abgewertet, weil es nicht kontrollierbar ist – doch echte Verbindung entsteht nur dort, wo Echtheit erlaubt ist.
8. Mir meine Träume ausreden lassen
Ich war 25, als ich beschloss, ein Buch zu schreiben. Ich versandte die ersten Seiten an einen mittelständischen Verlag. Die Antwort: „Bei aller Liebe, Sie sind absolut talentfrei. Bitte orientieren Sie sich um. Sie werden niemals Autorin sein – maximal im Selbstverlag, und selbst da würden Sie sich lächerlich machen.“
Was ich heute dazu sagen würde: Gut, dass ich nie auf euch gehört habe. Ich bin mittlerweile fünffache Spiegel-Bestseller-Autorin und zähle zu den erfolgreichsten Autorinnen im deutschsprachigen Raum. Ein tiefer Herzenswunsch ist oft der beste Nährboden für Talent – nicht umgekehrt.
Psychologischer Hintergrund: Träume auszusprechen macht verwundbar, denn sie zeigen, was uns wirklich wichtig ist. Wenn dann Spott oder Ablehnung folgen, prägt sich das tief ein. Viele geben ihre Ziele nicht auf, weil sie nicht gut genug wären, sondern weil sie Kritik zu früh zu persönlich nehmen. Wisse: Wer selbst aufgegeben hat, spottet am lautesten über den Mut der anderen. Doch Träume brauchen vor allem eins: Schutz – bis sie stark genug sind, sich selbst zu behaupten.

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