Wenn dir jemand das Gefühl gibt, du seist schwer zu lieben


Ich war 25 und schon eine ganze Weile Single, als ich mich bis über beide Ohren verliebte. Anfangs lief die Romanze wie im Bilderbuch, aber irgendwann blieb nur noch der fahle Beigeschmack von – Oh, ich bin anstrengend. Zu viel. Kompliziert. Und dadurch schwer zu lieben.

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Ähnlich ging es Marina – einer Klientin von mir. Sie kannte dieses Gefühl noch besser. Denn ihr wurde schon früh vermittelt, dass sie alles andere als einfach und somit schwer zu lieben sei. Ihre Eltern ließen sie das immer wieder spüren.

Und dann ist da noch Bernd – einer meiner Kursteilnehmer. Auch er kennt dieses schmerzhafte Gefühl nur allzu gut. In seinen Beziehungen hörte er oft Sätze wie: „Du brauchst zu viel Nähe“ oder „Mit dir ist alles so intensiv.“ Irgendwann glaubte er: Mit mir stimmt etwas nicht.

Vielleicht kennst auch du dieses Gefühl. Und es tut weh! Sehr sogar. Deshalb lass uns heute einen Blick darauf werfen – und gemeinsam feststellen, dass dieses Gefühl eine antrainierte Empfindung ist, aber eben keine Wahrheit.

Woher kommt das Gefühl, schwer zu lieben zu sein?

Schauen wir uns die Ursachen mal genauer an. Ich habe dir dafür die vier häufigsten mitgebracht.

Frau sitzt einsam am Fenster und schaut traurig hinaus

1. Ein fragiles inneres Selbstbild

Tatsächlich kommt es häufig vor, dass uns in der Realität gar niemand das Gefühl gibt, schwer zu lieben zu sein – wir es aber trotzdem so empfinden. Das geschieht unbewusst, weil wir einen negativen Filter über alles legen, was uns selbst betrifft. Wir haben dann eine sehr bescheidene bis schlechte Meinung von uns.

Lass mich ein Beispiel geben: Jemand sagt „Ich habe schon viel von dir gehört“ Wenn du ein sehr negatives Selbstbild hast, denkst du sofort – das kann nur Schlechtes bedeuten. Wenn du hingegen ein gesundes Selbstbild hast, denkst du – ach, wie schön, das kann ja nur Gutes heißen.

Dementsprechend interpretierst du auch die Taten und Worte anderer in deiner Beziehung. Wenn dir dein Partner sagt, er braucht ein paar Stunden für sich, schlussfolgerst du vielleicht – ich bin schwer zu lieben. Ich bin anstrengend.

Woher das rührt? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hast du negative Erfahrungen mit Beziehungen in der Kindheit oder in späteren Partnerschaften gemacht – worauf wir gleich noch zu sprechen kommen.

2. Gesellschaftliche Botschaften & Rollenbilder

Zuvor – noch eine Ursache, die oft übersehen wird: die Prägung durch unsere Geschlechterrollen in der Gesellschaft. Da schwingt häufig mit – eine Frau soll nicht zickig, nicht zu viel, sondern angepasst, leise und pflegeleicht sein. Wenn man sich selbst nicht so wahrnimmt, kommt man schnell zu der Schlussfolgerung, man sei wahrscheinlich schwer zu lieben. Vor allem, wenn der eigene Selbstwert ohnehin schon Risse hat.

PS: Die Wahrheit ist – es ist gesund, nicht leise, angepasst und pflegeleicht zu sein!

3. Frühkindliche Prägung

Eine der Hauptursachen dafür, dass wir uns oft so fühlen, als wären wir schwer zu lieben, liegt in der Kindheit. Damals waren unsere Eltern, Lehrer und Erzieher die wichtigsten Bezugspersonen. Sie waren unser Nabel zur Welt. Wir haben niemals infrage gestellt, ob ihr Verhalten oder ihre Worte richtig waren. Wir haben alles ungefiltert übernommen, was sie uns mitgegeben haben.

Und wenn man als Kind immer wieder gehört hat, man müsse braver, stiller, fleißiger und so weiter sein, um geliebt zu werden – dann entstand daraus eine Prägung. Eine Prägung, die uns auch heute noch einflüstert: Wenn wir aufmucken, Bedürfnisse haben, nicht zu allem Ja und Amen sagen oder uns nicht kaputtarbeiten, dann sind wir für andere Menschen womöglich schwierig. Das macht es ihnen schwerer, uns zu lieben.

Nun können zwei Szenarien entstehen:

  1. Durch unsere Prägung ziehen wir unbewusst Partner an, die unseren Bezugspersonen aus der Kindheit sehr ähnlich sind. Sprich: Menschen, die uns wieder das Gefühl geben, wir seien zu viel und schwer zu lieben. Warum? Weil uns das Vertraute ein unbewusstes Gefühl von Sicherheit gibt. Alles, was wir gewohnt sind, erscheint uns sicher – auch dann, wenn es eigentlich schädlich für uns ist.
  2. Wir landen in einer gesunden Partnerschaft, fühlen uns aber trotzdem ständig ungeliebt. Hier greift wieder das Thema Selbstbild. Das heißt: Wir interpretieren vieles, was der Partner tut, als Ablehnung – obwohl es gar keine ist.
Eine Mutter umarmt ihre Tochter und küsst sie auf die Wange

4. Negative Beziehungserfahrungen

Natürlich können auch negative Erfahrungen in Liebesbeziehungen dazu führen, dass wir uns fühlen, als wären wir schwer zu lieben – selbst wenn wir zuvor keine entsprechende Prägung hatten. Dieses Gefühl entsteht ganz automatisch nach langer Zeit in einer solchen Beziehung.

Noch häufiger ist jedoch der Fall, dass wir überhaupt erst in eine solche Beziehung geraten, weil wir die Prägung aus der Kindheit bereits in uns tragen.

Warum dein Gefühl nicht wahr ist

Stell dir folgendes Szenario vor: Du bist ein Kind – 4 Jahre alt – und hast ganz normale Bedürfnisse: gesehen werden, mit jemandem spielen, kuscheln, getröstet werden. Deine Eltern haben 100 % Energie. Aber 90 % davon brauchen sie für andere Dinge in ihrem Leben: zum Beispiel das Überwinden einer psychischen oder körperlichen Erkrankung, die Unterstützung von anderen Familienmitgliedern – z. B. ein krankes Geschwisterkind oder Pflegefälle – oder ihren Job, bei dem sie ständig Überstunden machen müssen. Vielleicht auch für ihre eigenen Kindheitswunden, die sie nie verarbeitet haben.

Obwohl das 4-jährige Kind ganz normale, legitime Bedürfnisse hat, fühlen sich die Eltern überfordert – und geben ihm das Gefühl, es sei zu viel, zu anstrengend, zu wenig brav. Logischerweise denkt das Kind dann: Ich bin schwer zu lieben. Denn alles, was die Eltern vermitteln, nehmen Kinder ungefiltert als Überzeugung und Wahrheit auf.

Stell dir nun vor: Genau dasselbe Kind wächst in einer anderen Familie auf. Vater und Mutter haben ihre eigenen Themen bereits verarbeitet und sind gut aufgestellt, sodass sie 70 % Energie übrig haben. Hier werden die Bedürfnisse desselben Kindes wie selbstverständlich erfüllt – ohne dass man ihm das Gefühl gibt, zu viel zu sein. Im Gegenteil: Das Kind fühlt sich geliebt und willkommen.

Es ist dasselbe Kind – nur in einer anderen Umgebung. Und damit ist klar: Es lag nie an dir. Ähnlich ist es in Beziehungen. Nur weil dein Partner mit dir überfordert ist – vielleicht, weil er seine eigenen Gefühle nie anerkannt oder verarbeitet hat – liegt das nicht an dir.

Kurzum: Mit dir ist nichts falsch – du hast Liebe nur oft an den falschen Orten gesucht.

Wie kannst du weiter vorgehen, um das Gefühl loszulassen

  1. Werde dir bewusst: Nicht dein Wesen ist das Problem – sondern das Umfeld, das dich falsch gespiegelt hat.
  2. Lerne, dich selbst so anzunehmen, wie du es dir immer von anderen gewünscht hast.
  3. Mach dir klar: Heilung geschieht nicht durch „mehr leisten“ – sondern durch „mehr fühlen dürfen“.

Wenn du dir wünschst, dieses Gefühl tiefgehend aufzulösen und wieder in Verbindung mit deinem inneren Kind zu kommen, dann begleite ich dich gerne weiter. In meinem Inneren-Kind-Intensivkurs oder der Inneren-Kind-Mentor-Variante mit Zertifikat lernst du, wie du dich selbst endlich als liebenswert erlebst, wie du alte schmerzhafte Muster loslässt, Frieden mit deiner Vergangenheit schließt und emotionale Freiheit in dein Leben einlädst.

Und das Beste: Lass dich jetzt unverbindlich vormerken und sichere dir so 100 EUR Rabatt. Bald geht es wieder los: Mehr erfahren über den Kurs.

Herzlich, deine Melanie

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