Warum du immer wieder Menschen wählst, die dich nicht wählen

Wieso du immer wieder Abwertung wählst – die psychologische Wurzel

Ich war 25, Single und lernte im Abstand von nur einer Woche zwei verschiedene Männer kennen. Als ich meiner Freundin von ihnen erzählte, meinte sie – die haben aber ganz schön viel gemeinsam. Fand ich auch, zumindest anfangs. Sogar ihr Aussehen ähnelte sich.

Nach ein paar Wochen aber war mir klar, den einen wollte ich, den anderen nicht. Und natürlich wollte mich genau der, den ich wählte aber eben nicht, während derjenige, den ich ablehnte offen war. Obwohl es damals so offensichtlich war, durchblickte ich erst Jahre später, dass mich Menschen, die mich ablehnten oder schlecht behandelten, magnetisch anzog.

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Und vielleicht kennst du das auch ein wenig von dir.

  • Vielleicht bist immer du die, die mehr gibt und mehr liebt in deiner Beziehung
  • Vielleicht findest du auch immer diejenigen am interessantesten, die du nicht haben kannst
  • Vielleicht bist immer du die, die wartet, sich meldet und kämpft – für Beziehungen oder Freundschaften

Ja! Dann wird es Zeit dafür dieses Phänomen endlich zu durchblicken. Lass uns die vier Ursachen dafür, warum wir immer wieder Menschen wählen, die uns nicht wählen ergründen.

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1. Sucht nach emotionaler Intensität statt Stabilität

„Ich spür einfach nichts bei ihm …“ – hast du diesen Satz schon mal gesagt, obwohl der Mensch eigentlich alles mitbrachte, was du dir gewünscht hast? Stattdessen zieht es dich zu denen, die dich zappeln lassen oder hinten anstellen. Die mal da sind, mal verschwinden. Und das Kranke ist: Genau das fühlt sich wie Liebe an. Es ist dieses ungesunde Kribbeln, das du kennst – aus früheren Beziehungen, aber oft auch aus deiner Kindheit.

Wenn du in der Kindheit nie sicher wusstest, ob du gesehen wirst, ob du okay bist, ob du Nähe bekommst, dann war Spannung für dich ein Normalzustand. Dein Nervensystem hat gelernt: Liebe ist nicht Ruhe, sondern Aufregung. Liebe ist ein Spiel mit Einsätzen. Und auch wenn dein erwachsener Verstand längst sagt: „Ich will was Echtes!“, wartet ein inneres Kind in dir immer noch darauf, dass jemand dich endlich wählt – am besten nach langem Drama.

Deshalb fühlt sich Stabilität fremd an. Fast wie ein Betrug. Und erst wenn du beginnst, emotionale Sicherheit als wahrhaft intensiv zu begreifen, statt als langweilig, wird dein Herz etwas anderes als Gefahr erkennen – wenn dich jemand wirklich liebt.

2. Geringes Selbstwertgefühl

Es ist brutal, aber wahr: Wenn du tief in dir das Gefühl hast, nicht gut genug zu sein, ziehst du unbewusst Menschen an, die dich genau das spüren lassen. Menschen, die dich nicht wirklich wollen, nicht zurückrufen, nicht wählen. Und jedes Mal kämpfst du um genau diese Menschen, weil du glaubst, dass du Liebe erst verdienen musst. Und genau das kennst du aus einer Kindheit, in der deine Bedürfnisse oft zweitrangig waren. Oder du nur dann gesehen wurdest, wenn du funktioniert hast.

Der „Kampf“ um diese schwer erreichbaren Menschen wird zu einem Stellvertreterkrieg für deinen Selbstwert. Du denkst: Wenn ich es schaffe, dass dieser Mensch mich liebt, dann bin ich endlich wertvoll genug. Nur: Das ist keine Liebe. Das ist der verzweifelte Versuch, einen inneren Mangel im Außen zu reparieren. Und je länger du auf Bestätigung hoffst, desto mehr stärkst du die alte Überzeugung: „Ich bin nicht genug.“ Der Schmerz wird zum Beweis deiner eigenen Annahmen – ein toxischer Kreislauf.

3. Reinszenierung ungelöster Kindheitserfahrungen

Kennst du das, wenn man sich einen Film immer wieder ansieht – obwohl man das Ende kennt und jedes Mal hofft, es könnte doch anders ausgehen? Titanic ist so ein Film. Jack stirbt. Immer. Und trotzdem fiebert man mit, hofft, dass sich etwas ändert. Warum? Weil das menschliche Herz sich nach einem guten Ende sehnt. Genau diesen Impuls trägt auch dein inneres Kind in sich – und genau deshalb inszenierst du in deinem Liebesleben oft unbewusst dasselbe Drama wie früher. Nur diesmal hoffst du: „Es wird anders ausgehen.“

Wenn du als Kind emotionale Kälte, Ablehnung oder Unsicherheit erlebt hast, zieht es dich als Erwachsene oft genau zu solchen Menschen hin. Nicht, weil du leiden willst – sondern weil dein inneres Kind hofft: „Wenn ich diesmal genug gebe, dann bekomme ich die Liebe und das Happy End, das damals in der Kindheit gefehlt hat.“ Diesen Mechanismus nennt man Kindheitsreinszenierung.

Doch solange du immer wieder die gleichen Rollen besetzt und dich gleich verhältst, endet die Geschichte wie immer. Erst wenn du dein inneres Kind erreichst und ihm neue Wege aufzeigst, kannst du das Drehbuch neu schreiben.

4. Angst vor echter Nähe

Es klingt widersprüchlich – aber viele sehnen sich nach Nähe und wählen gleichzeitig genau die Menschen, bei denen sie nicht stattfinden kann. Warum? Weil echte Nähe gefährlich wirken kann, wenn du in deiner Kindheit Ablehnung, Vernachlässigung oder Beschämung erlebt hast.

Du hast gelernt: Wenn ich mich verletzlich und echt zeige, bin ich angreifbar. Und so entwickelst du als Schutzmechanismus eine paradoxe Strategie: Du suchst Nähe – aber bei Menschen, die emotional gar nicht verfügbar sind. So kannst du dich nach Liebe sehnen, ohne wirklich berührt zu werden.

In Wahrheit ist es ein genialer Selbstschutz. Denn echte Nähe bedeutet, sich ohne Maske zu zeigen – mit Angst, Bedürftigkeit, Wut, Sehnsucht. Und das fühlt sich für ein inneres Kind, das gelernt hat, sich zu verstecken, wie ein lebensbedrohliches Risiko an.

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Wähle neu!

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann weißt du: Es reicht nicht, das Muster zu kennen – du musst es an der Wurzel heilen. Und genau dort sitzt dein inneres Kind. Jener Anteil in dir, der alle Erinnerungen von damals gespeichert hat und dein tägliches Verhalten sowie deine Entscheidungen steuert. Nicht nur in der Liebe – auch in sonst allen Bereichen.

Und wenn du genau dabei Hilfe brauchst – nämlich beim Auflösen der Muster, die dich bis heute in Schmerz gefangen halten und echte Erfüllung, Freude und Liebe verhindern, dann ist mein Inneres-Kind-Intensivkurs vielleicht genau das Richtige für dich.

Den Kurs gibt es in der Variante nur für mich oder Innerer-Kind Mentor: Schritt für Schritt begleite ich dabei, die alten Verletzungen zu erkennen, zu versorgen und neue, gesunde Bindungsgrundlagen in dir zu verankern. Damit du dich nicht länger beweisen musst, um geliebt zu werden – sondern lernst, dich selbst zu wählen. Hier geht’s zum Kurs

Von Herzen, deine Melanie

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