Warum deine Gedanken über dich nicht wahr sind – 3 Denkfehler, die jeder macht

Denkfehler erkennen und frei werden

Obwohl wir alle auf derselben Welt leben, nehmen wir sie völlig anders wahr. Das liegt daran, dass wir tagtäglich mit Milliarden Sinneseindrücken konfrontiert werden. Um genau zu sein, sind es 11 Millionen pro Sekunde. Bewusst wahr nehmen wir davon nur etwa 40 Informationen pro Sekunde. Unser Gehirn filtert also. Und jeder von uns hat einen anderen Filter – weswegen wir dann zum Beispiel dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben.

Dieses Filtersystem, das uns vor Überforderung schützt, hat aber auch seine Tücken. Es führt sehr oft dazu, dass wir uns selbst oder unser Leben negativ verzerrt wahrnehmen. Die Folgen davon sind Frustration, Selbstzweifel oder gar ein Minderwertigkeitsgefühl. Indem wir uns über derartige verzerrte Wahrnehmungen oder anders gesagt – Denkfehler – bewusst werden, können wir ihre Wirkung aufheben. Daher möchte ich dir heute die drei häufigsten Denkfehler, die uns von Selbstliebe und Zufriedenheit abhalten, vorstellen und dir Anregungen geben wie du sie ausbremsen kannst.  

5 Denkfehler, die dich unglücklich machen

1. Bestätigung deiner negativen Überzeugungen

Bei diesem Denkfehler handelt es sich um eine Wahrnehmungsverzerrung, die sich nach unseren inneren Überzeugungen richtet. Wenn jemand glaubt er sei nur ein kleiner Wicht, der nichts Besonderes könne und keinen Respekt verdient hat, erhält er von seiner Umwelt ständig die Bestätigung dafür. Jedes Mal, wenn ihn erneut jemand schlecht, respektlos oder von oben herab behandelt, fühlt er sich in seinem Glauben bestätigt.

Was der Betroffene jedoch nicht bemerkt ist, dass sein Unterbewusstsein im Außen stets nach einer Bestätigung seiner inneren Überzeugungen sucht während er Dinge, die gegen seine innere Überzeugung sprechen gar nicht oder viel weniger intensiv wahrnimmt. Aus der Alltagspraxis kennst du dieses Phänomen bestimmt. Wenn du Ausschau nach roten Autos hältst, fallen dir die blauen und grünen gar nicht mehr auf. Und schon glaubst du, dass die ganze Welt aus roten Autos besteht.

Genau so verhält es sich auch mit den negativen Überzeugungen, die du über dich selbst in dir trägst. Und das ist fatal für dein Selbstwertgefühl. Denn jedes Mal, wenn du durch deine verzerrte Wahrnehmung darin bestätigt wirst, dass du zum Beispiel nicht gut genug bist, wird dieser sabotierende Glaubenssatz stärker.

Aber diesen Umstand kannst du verändern, indem du deinen Wahrnehmungsfilter erneuerst. Wenn dein Glaubenssatz lautet – ich bin nicht wertvoll – dann halte für mindestens 21 Tage jeden Tag bewusst nach Beweisen Ausschau, die auf das Gegenteil hinweisen. ZB. Komplimente und Lob von deinen Mitmenschen, die Gesten deines Partners, die ausgestreckten Arme deines Kindes, eine Freundin, die sich freut, wenn du anrufst usw. Schreibe deine Erfahrungen am besten jeden Abend nieder. So dringen sie tief in dein Unterbewusstsein ein und verändern deinen Filter.

2. Verzerrte Wahrnehmung durch Stress

Negative Gefühle wie Stress, Angst oder Wut führen dazu, dass sich unsere Wahrnehmung verändert. Alles, was uns begegnet, wenn derartige Emotionen aktiv sind, erscheint uns um ein Vielfaches negativer als im Normalfall. Der Gesichtsausdruck des Partners, der eigentlich neutral ist, wirkt dann plötzlich störrisch oder provokant. Die Antwort der Freundin auf unsere Frage fühlt sich abweisend und unehrlich an. Die Menschen, denen wir im Job, auf der Straße oder im Supermarkt begegnen, sind alle ausgenommen schlecht drauf oder scheinen gar ein Problem mit uns zu haben. Und auch der Blick auf das eigene Leben im Ganzen fällt in diesem Fall extrem negativ aus. Die Wohnung erscheint kleiner und weniger gemütlich, die Zufriedenheit mit dem Spiegelbild sinkt und das, was wir leisten, scheint nicht gut genug zu sein.  

Die Lösung ist in diesem Fall nicht die negativen Gefühle zu unterdrücken, denn das gelingt nur schlecht und führt weiters dazu, dass die Emotionen länger an uns haften bleiben. Gefühle wollen gelebt werden und können sich nur dann auflösen, wenn wir sie zulassen. In diesem Fall hilft alleine das Wissen und das Erkennen darüber, dass die Kränkung oder die Wut, die heute Morgen zum Beispiel durch einen Konflikt ausgelöst wurde dafür ausschlaggebend ist, dass wir die Dinge negativer sehen als sie sind. Durch das Bewusstmachen löst sich der Negativfilter schnell wieder auf.

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3. Generalisierung

Bei dieser kognitiven Verzerrung legen wir einen Moment oder eine Sache auf unser ganzes Leben um. Das passiert vielen von uns beinahe täglich. Hierzu zwei Beispiele:

Wenn du heute einen Streit mit deinem Partner hast und er ausgesprochen verständnislos und egoistisch ist, dann tauchen in deinem Gehirn plötzlich alle Erinnerungen auf, in denen dein Partner sich ähnlich schlecht verhielt. Unbewusst denkst du: Mein Partner ist immer ignorant und verständnislos. Das Leben mit ihm ist mühsam, verletzend und einsam. Und schon entsteht aus einem Streit die generelle Schlussfolgerung, dass du eine schlechte Partnerschaft führst. Und das obwohl es vermutlich sehr viele positive Erlebnisse gibt und dein Partner auch wundervolle Eigenschaften hat, mit denen er dich verwöhnt.

Diese Gerneralisierung passiert uns auch oft in Bezug auf unser selbst. Wenn wir einmal besonders faul und antriebslos sind, schlussfolgern wir, wir sind immer Versager. Wenn wir einen Fehler machen, tauchen all die Erinnerung an bisherige Malheure und Situationen, in denen unsere Schwächen dominierten auf und schon sagt die innere Stimme – du kannst nie etwas richtig machen und bist generell nicht sehr klug.

Das Bewusstsein über diese fiese Verzerrung kann uns in solchen Situationen helfen die Perspektive zu wechseln. Wenn du dich bei dem Gedanken – ich mache immer alles falsch, bei mir passiert nie etwas Positives oder niemand mag mich ertappst – empfiehlt es sich inne zu halten und zu hinterfragen, ob diese Schlussfolgerung wahr ist. Vermutlich fallen dir dann sofort einige Erfahrungen und Beispiele ein, die das Gegenteil belegen und schon ist der negative Gedankenkreislauf, der deinen Selbstwert und deinem Glücksempfinden schadet, durchbrochen.

Sei nachsichtig mit deinen Denkfehlern

Bewusstsein kann uns dabei helfen zu verändern. Und dennoch ist es so, dass wir angelernte Denkfehler nicht sofort auflösen können. Liebevolle Geduld mit uns selbst sowie regelmäßiges Training sind dabei wesentlich. Wenn du dir dabei Unterstützung wünscht, um das Gefühl von Selbstliebe nachhaltig aufzubauen.

Von Herzen, deine Melanie

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