Wie du dich von emotionaler Abhängigkeit befreist und wieder bei dir selbst ankommst

Emotionale Abhängigkeit erkennen

Trifft einer oder vielleicht sogar mehrere der folgenden Punkte zu?

  • Wenn du von jemandem kritisiert wirst, denkst du Stunden oder Tage darüber nach und fühlst dich miserabel.
  • Es ist dir wichtig, dass bei niemandem aneckst – deswegen tust du Dinge häufig nur, um es anderen recht zu machen.
  • Ein guter Tag ist ein Tag, an dem dir jemand ein Kompliment macht oder dich für etwas lobt.
  • Wenn du in einer Gruppe von Menschen nicht aktiv eingebunden wirst, fühlst du dich überflüssig oder gar wertlos.
  • Du tust häufig etwas, um es anderen z.B. deinen Eltern oder deinem Partner zu beweisen.
  • Wenn dein Partner oder eine Freundin sich dir gegenüber abweisend verhalten, bringt dich das schnell zum Verzweifeln.
  • Du tust gern etwas für andere, weil du dich dann nützlicher fühlst.
  • Wenn du etwas geschafft oder geleistet hast wie zum Beispiel eine bestandene Prüfung oder ein abgeschlossenes Projekt, ist der schönste Augenblick der, in dem du Anerkennung von anderen dafür erhältst.

Eine frau geht frei über Wiesen, sie hat sich von emotionaler Abhängigkeit gelöstWas sagt es über uns aus, wenn eine oder mehrere dieser Aussagen zutreffen? Zum Einen bedeutet es, dass wir menschliche Wesen und somit auch keine Einzelgänger sind und daher die Anerkennung unserer Mitmenschen benötigen. Zum Anderen zeigt es uns aber auch, dass wir sehr anfällig dafür sind, anderen die Macht über uns zu geben.

Wenn zwei oder mehr der obigen Punkte auf dich zutreffen, dann ist es jetzt vermutlich an der Zeit anderen diese Macht zu entziehen und wieder den Weg zu dir selbst anzutreten. Wie du das schaffen kannst – dazu möchte ich dich im heutigen Beitrag inspirieren.

Abhängigkeit entsteht, wenn du einem anderen die Macht gibst

Eine gewisse emotionale Abhängigkeit ist normal und sogar notwendig für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Wenn man allerdings zu sehr abhängig vom Feedback anderer, z.B. vom Partner, ist, führt das vermehrt zur Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse und in Folge zu Unzufriedenheit und Frustration. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass das bereits angeschlagene Selbstwertgefühl weiter sinkt. Im schlimmsten Fall kann uns das sogar körperlich krank machen.

Das beste Medikament gegen soziale Abhängigkeit ist ein gesunder Selbstwert. Weil sich dieser aber meist nur langsam und durch kontinuierliches Training aufbauen lässt, habe ich drei Wege mitgebracht, die dabei unterstützen die Macht wieder zurück zu erobern.

1. Dein Leben – dein Plan

Wenn wir uns sehr von anderen Menschen und deren Verhalten abhängig fühlen, dann haben wir dadurch meist unseren eigenen Lebensplan über Bord geworfen. Wir sind dann einfach zulange den Weg der oder des anderen gegangen, sodass es vielleicht schon zur Selbstverständlichkeit wurde und wir irgendwann gar nicht mehr wissen, was wir selbst wirklich wollen.

Der erste Schritt, um dem entgegen zu wirken, kann sehr praktisch orientiert sein. Setze dir ein oder zwei ganz persönliche Ziele. Damit meine ich natürlich Ziele, die völlig unabhängig sind von anderen wie z.B. von deinem Partner oder deiner Familie. Es muss sich vorerst nicht gleich um eine Lebensziel handeln. Es geht darum, dass dieses Ziel oder Projekt ausnahmslos nur dich und betrifft. Hier ein paar Beispiele: Eine Ausbildung, ein Online-Projekt, das du schon vor langer Zeit umsetzen wolltest, ein Kinderbuch schreiben, mit dem Laufen beginnen oder Yoga erlernen… Mach dir bei jedem Schritt, den du setzt immer wieder bewusst, dass du ihn nur für dich tust.

2. Selbstbild

Bemaltes Gesicht als Selbstbild - Selbstbild erkennen um Abhängigkeit zu mindernJeder Mensch hat ein Bild über sich selbst. Es drückt aus wie er glaubt zu sein und von anderen wahrgenommen zu werden. Es ist also subjektiv. Um so mehr wir uns durch andere beeinflussen lassen, desto mehr passt sich das Selbstbild dem was sie über uns denken und sagen an. Das Problem dabei ist unsere Interpretation. Wenn jemand etwas Negatives spiegelt, nehmen wir das vielfach stärker wahr als, wenn uns jemand positiv gegenüber tritt. Dadurch entsteht ein verzerrtes und entsprechend schlechtes Selbstbild.

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Was kann man dagegen tun? Sein Selbstbild neu gestalten, in dem man sich intensiv mit dem eigenen Sein, seinen Gefühlen und Werten beschäftigt. Die einfache Frage – wer bin ich wirklich – kann uns wieder zurück zu unserem wahren Selbst führen. Am Anfang kann es helfen alle Menschen, die uns wichtig sind, für einen Moment auszublenden. In etwa so: Wie wäre ich, wenn ich als neuer Mensch – also ohne, dass mich irgendjemand kennt – auf diese Welt kommen würde.

3. Die eigenen Bedürfnisse wieder wahrnehmen

Wenn wir immer nur für andere da sind oder versuchen zu gefallen, dann verlernen wir unsere eigenen Bedürfnisse und unseren eigenen Geschmack wahrzunehmen. Bildlich gesprochen, essen wir dann jeden Abend Pudding, obwohl wir eigentlich Yoghurt lieben. Der Weg zurück zu sich selbst muss also mit dem Wiedererkennen der eigenen Bedürfnisse einhergehen. Folgende Fragen können uns dabei unterstützen:

  • Was tut mir gut? Was gibt mir Energie?
  • Was vermisse ich insgeheim?
  • Was sind meine größten Sehnsüchte und wie ich kann ich zumindest einen Teil davon selbst erfüllen?
  • Was brauche ich nicht für mein Wohlbefinden? Was kann also weg?
  • Wovon brauche ich mehr?
  • Bei welchem Bedürfnis, das ich habe, kann ich jemanden bitten mir dieses Bedürfnis zu erfüllen?

Ein starkes Selbst hilft bei der Umsetzung

Zuletzt möchte ich auch auf das Thema Selbstwertgefühl hinweisen. Wer nämlich tatsächlich freier in seinen Entscheidungen und seinem Sein werden möchte, emotionale Abhängigkeit hinter sich lassen und dabei das wundervolle Gefühl authentisch zu sein als Dauergefährten auf seinem Weg mit dabei haben will, kommt um die aktive Selbstwert-Arbeit nicht drum herum. Sich selbst wertschätzen zu lernen, ist ein lebenslanger Prozess, den wir aber durch Bewusstsein und entsprechende Aktivität positiv beeinflussen können. Hier gibt es noch mehr praktische Tipps zum Selbstwertgefühl. Falls du wirklich nachhaltig Ergebnisse erzielen möchtest, empfehle lade ich dich herzlich zu meine Selbstliebe-Online-Lehrgang ein.

Von Herzen, deine Melanie

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2 Kommentare

  1. Liebe Melanie,
    ich lese schon lange deine Beiträge, auch dein Buch habe ich mir gekauft, du hast eine wunderschöne Art die Dinge auf den Punkt zu bringen. Deine Anregungen sind realistisch und umsetzbar. Vielen Dank dafür.
    Das ist mir heute in den Sinn gekommen:

    “Zweifelst du noch, oder honigperlst du schon?“

    In diesem Sinne, weiter so!!!
    Viele herzliche Grüße,
    Renate

    • Liebe Renate!
      Ich danke dir ganz herzlich für dein schönes Feedback.
      Alles LIEBE, Melanie

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