Warum unsere Mitmenschen nicht wollen, dass wir uns verändern

Warum andere nicht wollen, dass wir uns verändern

Juliane und ich waren ein Herz und eine Seele in unserer Jugendzeit. Jeden Freitag trafen wir gemeinsam die Vorbereitungen fürs Wochenende. Wir gingen zusammen einkaufen, kochten, tranken Wein, quatschen über Gott und die Welt und zogen anschließend die halbe Nacht um die Häuser. Eines Freitagabends erzählte ich ihr von meinem Plan die Wochenendschule zu besuchen. Ich hoffte auf ihren Zuspruch, erhielt stattdessen jede Menge Gründe, warum ich das besser lassen sollte.

Eine Situation, die du ähnlich oder umgekehrt vielleicht auch schon erlebt hast. Wir lieben die Menschen in unserer Umgebung genau so wie sie sind. Droht sich eine Veränderung an, so passiert es leicht, dass wir in Panik geraten, weil wir indirekt selbst zu Betroffenen gemacht werden. Für Juliane bedeutete eine Veränderung meines Wochenendverhaltens auch einen Eingriff in ihr Leben. Denn sie musste mich, als ich mit der Weiterbildung startete, an unserem geliebten Freitag entbehren.

Da wir den Menschen, die wir lieben und schätzen vertrauen, kann so ein Aufstand dazu führen, dass wir uns davon abhalten lassen unseren eigenen Weg des Glücks zu gehen. Umso wichtiger ist es zu verstehen, warum die meisten Menschen nicht möchten, dass wir uns verändern – und umgekehrt. Was dahinter steckt und wie wir es dennoch schaffen können den Weg der positiven Veränderung zu gehen, erzähle ich im heutigen Beitrag.

Vorerst habe ich dir die 4 relevantesten Gründe mitgebracht, warum andere nicht wollen, dass wir uns verändern:

1. Angst vor dem Zurückbleiben und vor der Einsamkeit

Eine Angst, die wohl jeder schon einmal erlebt hat. Zum Beispiel, wenn die beste Freundin, mit der man Jahrelang den Urlaub verbracht hat plötzlich frisch verliebt ist. Obwohl wir uns für sie freuen möchten, erleiden wir einen Verlust. Wir haben Angst davor zukünftig alleine in den Urlaub fahren zu müssen oder davor, dass wir jetzt weniger wichtig für sie sind.  Genauso verhält es sich, wenn wir unserem Partner, Freunden oder anderen nahe stehenden Menschen von einem Vorhaben oder Zielen, die unser Leben verändern werden, erzählen. Die natürliche Verlustangst macht sich breit. Kein Grund es nicht trotzdem zu tun. Aber dazu später noch.

2. Unausgesprochene Aufforderung 

Als ich meinem ehemaligen Partner vor einigen Jahren erzählte, dass ich einen Abendkurs besuchen wolle, um Spanisch zu lernen, reagierte er skeptisch. Wie sich später herausstellte, lag es weniger an der Angst mich seltener zu sehen und alleine zu sein als viel mehr daran, dass ich etwas tat, von dem er glaubte es ebenso tun zu müssen. Er fühlte sich von mir unter Druck gesetzt und entdeckte darin die versteckte Aufforderung, dass auch er sich einmal weiterbilden oder weiterentwickeln sollte.

3. Angst vor Fremdbestimmtheit

Viele Menschen haben eine Abneigung gegen Veränderungen. Aber was wir Menschen am meisten hassen, ist, wenn die Veränderung von Außen kommt – also durch andere und nicht uns selbst initiiert wird.

Eine Frau sieht in die Ferne, weil sie sich verändern willWenn man im Job beispielsweise einer neuen Abteilung zugewiesen wird. Wenn man gezwungen wird umzuziehen. Oder wenn man seinen Urlaub wegen Reisebeschränkungen verschieben muss. Immer dann, wenn wir uns verändern, verändert sich auch etwas für uns nahe stehende Mitmenschen. Das wiederum kommt einer fremdbestimmten Veränderung gleich wodurch sich die Abwehrhaltung, die uns in vielen Fällen begegnet, oft begründet.

4. Neid

Kein schöner aber ein sehr natürlicher Grund warum andere nicht wollen, dass wir uns verändern. Wir könnten erfolgreich, glücklich oder gar reich werden. Häufig ist es nicht so, dass unsere Mitmenschen uns das missgönnen. Vor allem nicht jene, die uns lieben. Aber der Mensch tendiert nun mal dazu sich zu vergleichen und so ist es beinahe natürlich, dass Neidgefühle auch gegenüber Menschen, die wir gern haben, aufkommen.

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Du willst dich verändern? Der Grund es trotzdem zu tun

Und obwohl unser Umfeld nicht mutwillig böse ist, sondern die Verhinderer oft einfach von ihren Ängsten getrieben werden, gibt es einen Grund, die Veränderung, die du dir wünscht trotzdem zu initiieren.

Es geht um dein Leben. Deine Story. Am Ende sind alle Stolpersteine, bei denen du jemandem auf den Schlips getreten bist, vergessen und nur noch das Resultat ist wesentlich: Nämlich, ob du das Leben gelebt hast, dass dich glücklich gemacht hat.

Tue es für dich! Denn du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben

Dein Plan, um dich zu verändern

Und dennoch kann ein Plan dabei helfen die Stolpersteine, die dir durch deine Mitmenschen in den Weg gelegt werden, zu reduzieren.

  1. Lass deine Ideen reifen, bevor du sie mit anderen teilst. So kann niemand dein zartes Pflänzchen frühzeitig niedertreten. Triff eine Entscheidung – entweder alleine oder nur mit ein bis zwei ausgewählten Menschen, von denen du weißt, dass sie dich unterstützen. Erzähle allen anderen erst davon, wenn dein Weg beschlossen ist.
  2. Weil du natürlich niemanden verletzen oder vor den Kopf stoßen möchtest, sind ehrliche Gespräche wichtig. Versuche die Bedenken deiner Liebsten herauszufinden und gehe darauf ein. Nimm ihnen so die Angst vor der Veränderung. Und mach ihnen vor allem begreiflich, dass sie egal auf welchen Weg du dich begibst, wichtig und wertvoll für dich sind.
  3. Wenn dennoch kritische Stimmen auf dich treffen oder du bemerkst, dass sich jemand von dir distanziert, so mach dir bewusst, dass es sich um deinen Weg, um deine Chance handelt. Wäge ab, ob die Bedenken bzw. die Kritik wirklich hilfreich für dich sind oder ob der natürliche Drang die Veränderung aufzuhalten dahinter stecken könnte. Hab den Mut und gestehe dir gegebenenfalls auch diese Erkenntnis ein.

Ich wünsche dir von Herzen den Mut und die Widerstandskraft, die brauchst, um dein Leben immer wieder so zu verändern, dass es dich glücklich macht. Deine Melanie

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2 Kommentare

  1. Oh je, kenne ich leider. Hatte vor Jahren eine ähnliche Situation mit einer Freundin. Wir waren auch jedes Wochenende zusammen und dann habe ich meinen Partner kennen gelernt und musste die Zeit auf einmal zwischen den beiden „aufteilen“. In einer Zeit, in der ich mir gewünscht hätte, dass meine Freundin sich mit mir freut, war leider Eifersucht und „schlecht reden“ und der Tagesordnung. Die Zeit ist zum Glück vorbei, wir haben früh genug über das Thema gesprochen und konnten so alle Probleme lösen.

    • Liebe Julia,
      danke, dass du deine Erfahrung mit uns teilst.
      Herzlichst, Melanie

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