Ablehnung: Wenn wir nicht gewollt werden – 5 mentale Tipps

Über den Schmerz der Ablehnung

Eine Frau ist traurig, weil sie eine Ablehnung erfahren hatVor zwölf Jahren verliebte ich mich zum ersten Mal Hals über Kopf. Ich war im siebten Himmel und dachte meinen Seelenpartner endlich gefunden zu haben. Zwischen dem einen Moment, in dem ich mich so glücklich fühlte wie noch nie zuvor und dem Moment als es mir den Füßen unter den Boden wegzog und ich mir sicher war, nie wieder lachen und lieben zu können, lag ein einziger Satz:

„Du musst wissen, dass ich zur Zeit keine Beziehung möchte…“ Mein lächelndes Ich zerfiel zu einem Häufchen Elend und ich spürte den unendlichen Schmerz der Ablehnung. Ich war mir damals sicher, nie darüber hinweg zu kommen.

Warum tut eine Ablehnung so weh?

Natürlich bin ich heute darüber hinweg und muss sogar ein wenig Schmunzeln, wenn ich an die Geschichte denke. Aber eine Sache hat sich nicht verändert. Ablehnungen tun heute genauso wie damals verdammt weh. Egal, ob in der Liebe, in der Freundschaft oder im Job. Kein Wunder! Wenn wir zurückgewiesen werden, entsteht in uns der Gedanke als Mensch nicht gewollt zu werden wodurch ein fürchterlicher Schmerz entfacht.

Evolutionspsychologie

Diese starke Reaktion ist unter anderem evolutionsbedingt. In der Steinzeit waren wir auf die Gunst unserer Mitmenschen angewiesen. Wir mussten zur Gruppe gehören, um uns gemeinsam vor den Gefahren der Welt zu verteidigen. Hätte man uns verstoßen, wäre das vermutlich unser Todesurteil gewesen. Über Jahrhunderte hat sich dieser Glaube in das menschliche Gehirn eingebrannt, sodass wir heute bei Zurückweisungen ähnlich panisch und verzweifelt reagieren wie unsere Vorfahren.

Die Angst vor dem Verlassenwerden und dem Alleinesein zählt zu den stärksten Emotionen des Menschen.

Der heilsame Umgang mit der Abfuhr

Obwohl sich eine Zurückweisung auch in unserer modernen Welt oft so anfühlt als müsste man sterben, ist sie nicht lebensbedrohlich. Klarheit und bewusste Gedanken können dabei helfen den Schmerz der Ablehnung zu lindern und mit etwas Geduld zu heilen. Hierzu habe ich heute fünf Anregungen mitgebracht.

1. Die Ablehnung hat nichts mit dir zu tun!

Der Wandel der AblehnungZu dieser Erkenntnis kam ich als ich vor einigen Jahren in einem Konzern tätig war. Man beauftragte mich Bewerbungen zu sichten und die Kandidaten anschließend nach einem bestimmten Schema auszusortieren. Meist ging es dabei um Kriterien, die nichts mit der Person, ihrem Charakter oder ihren Fähigkeiten zu tun hatten. Zum Beispiel: männlich/weiblich, Alter, Wohnort etc. Seither stelle ich mir immer, wenn ich zurückgewiesen werde die folgende Frage:

Kann ich wirklich sicher sein, dass es etwas mit mir zu tun hat?

Meine Antwort lautet fast immer: „nein.“ Dieser Gedanke bereitet mir eine erste Erleichterung. Plötzlich zweifelt zumindest ein Teil in mir daran, dass es an mir liegt. Denn auch in Sachen Freundschaft oder Beziehung ist es oft die mentale Kriterienliste des anderen, die dazu führt, dass wir durch den Rost fallen – nicht aber unsere Persönlichkeit oder unser Wert. Beispiele für eine derartige Kriterienliste: Ich brauche momentan mehr Zeit für mich. Ich will keine blonde Freundin mehr, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich will noch eine Weltreise unternehmen bevor…

2. Eine Ablehnung als Wegweiser erkennen

Manchmal im Leben verrennen wir uns. Wir züchten Gedanken, die Gefühle zur Folge habe und diese führen dazu, dass wir von einer Idee, einem Weg oder einem Menschen nahezu besessen sind. Wie eine überdimensionale Stopptafel, die man uns direkt vor den Kopf knallt, wirkt eine Ablehnung in dieser Situation gefangen häufig.

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Das Leben fordert uns durch die Zurückweisung dazu auf endlich die Abzweigung zu nehmen. Im Nachhinein erkennen wir dann oft, dass genau diese uns wieder auf den richtigen Weg gebracht hat. Einen Weg fernab von „ich will unbedingt – bitte, bitte, ich kann nicht ohne dich.“ Einen Weg, auf dem wir authentisch sein können und uns dennoch angenommen und geliebt fühlen.

3. Manchmal fordern wir eine Ablehnung heraus!

Eine Frau versteckt sich hinter dem Hut, weil sie eine Ablehnung bekommen hatManchmal sind es die Gedanken über uns selbst, die eine Zurückweisung herausfordern. Wie das? Ein Beispiel: Wenn wir uns eine bessere Position wünschen, aber bei Teamsitzungen ständig eine geduckte Haltung einnehmen, uns vielfach entschuldigen und Vorschläge nur mit zittriger Stimme und zweifelnden Worten einbringen, so führt das dazu, dass unser Vorgesetzter sich quasi dazu animiert fühlt unsere Ideen und Anliegen zurückzuweisen. Ähnlich verhält sich das auch im privaten Umfeld.

Wenn du dich in der beschriebenen Situation wieder erkennst, so kann dir gezieltes Selbstwerttraining helfen. Selbstwert-Tipps

4. Gegenfrage

Bereits in der Kindheit lernen die meisten von uns ihren Blick auf all das zu fokussieren, was sie nicht haben. Als Boss unseres Lebens und unserer Gedanken ist es möglich dieses Muster zu durchbrechen. Konkret bedeutetet das: Schau dir doch mal an wie oft du angenommen und willkommen geheißen statt abgelehnt wurdest.

Die Wirkung dieser heilsamen Übung erfährst du am intensivsten, indem du alle Situationen, in denen du ein „Ja“ von deinen Mitmenschen erhalten hast, schriftlich notierst. Beispiele: dein aktueller Job, Aufnahmeprüfungen, Freundschaften, aktuelle und bisherige Liebesbeziehungen, eine liebevolle Umarmung, eine Einladung zu einem Fest, eine Mitgliedschaft in einem Verein oder in einer Gemeinschaft usw.

5. Lass die Gefühle zu

Auch die liebevolle Annahme des Schmerzes, das Ausleben des Gefühls, das Spüren der Traurigkeit und das Herausbrüllen der Wut kann eine heilsame Methode sein, um die Zurückweisung zu verarbeiten. Wir alle sind liebesbedürftige und verletzliche Wesen. Und das ist gut so. Von Herzen, deine Melanie

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2 Kommentare

  1. Stefanie Kamphausen
    Stefanie Kamphausen

    Gibt es auch einen Artikel zum Thema, wenn man sich selbst nicht leiden kann und immer wieder selbst dafür sorgt, dass der Partner einen schliesslich auch ablehnt?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Stefanie Kamphausen

    • Liebe Stefanie!
      Du findest bestimmt mehrere Beiträge, wo dieses Thema angeschnitten.
      Wirklich ausführlich behandle ich das Thema in meinem ersten Buch: Als ich lernte meinen Hintern zu lieben, war mein Leben eine runde Sache. Aber auch das aktuelle Buch: Honigperlen – Warum dein Leben süßer ist als du denkst, ist hilfreich. Dem Thema Selbstzweifel widme ich darin einen ganzen von insgesamt 6 Buchteilen. Da könnte auch der Buchteil – Spuren der Vergangenheit nützlich für dich sein.
      lg Melanie

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