Frühjahrsputz im Gefühlshaushalt: Loslassen in 4 Schritten

Loslassen und frei fühlen: 4 Schritte Anleitung

Loslassen: Die Wohnung ist sauberWährend die Wohnungen und Häuser der meisten Menschen vor Sauberkeit glänzen, herrscht in ihrem Inneren oftmals ein Durcheinander. Auch ich bin nicht gefeit davor wieder und wieder Dinge in mir anzuhäufen, die mein Leben schwerer machen oder ein Gefühlschaos anrichten. Im Alltag bleibt häufig einfach zu wenig Zeit für regelmäßige emotionale Aufräumarbeiten. Deshalb nehme ich mir diese Zeit nun ganz bewusst. Vier einfache Schritte helfen mir dabei die Störefriede in meinem Inneren aufzuspüren und das Loslassen effizient und heilsam zu gestalten.

So stellst du fest, ob es Zeit zum Loslassen ist

Vielleicht ist es bei dir aktuell ja auch an der Zeit ein paar Dinge loszulassen. Das kannst du ganz leicht herausfinden. Treffen einige der folgenden Punkte auf dich zu, so empfehle ich dir das Loslassen in vier Schritten, von dem ich in diesem Beitrag erzähle.

  • Du ärgerst dich regelmäßig über dieselben Dinge, wie beispielsweise das Verhalten eines Menschen oder Zustände im Job.
  • Du fühlst dich häufig von anderen gekränkt.
  • Du hast das Gefühl du kommst mit deinen Aufgaben, Pflichten und To-Do´s nicht mehr hinterher.
  • Du beschäftigst dich häufig mit den Fehlern, die dir in der Vergangenheit unterlaufen sind und verspürst dabei Reue.
  • Du bist gestresst oder fühlst dich zerrissen, weil von allen Seiten an dir gezerrt wird.
  • Du fühlst dich wie ein Passagier in deinem eigenen Leben. Ein Tag jagt den nächsten ohne dass du dich bewusst für Projekte, Pläne und Möglichkeiten entscheidest.
  • Es schmerzt dich, dass die Dinge nicht mehr so sind wie früher.
  • Dich beschäftigen mehrere offene Themen immer wieder. Du weißt nicht wo du mit Entscheidungen oder emotionalen Aufräumarbeiten anfangen sollst.

Loslassen mit Klarheit und Strategie

Loslassen. Jeder weiß, dass man es sollte, aber keiner weiß, wie genau man es angeht. Weil es mir lange Zeit ähnlich ging, habe ich das 4-Raum-Prinzip erschaffen.

Stell dir vor dein emotionales Leben findet ebenso wie dein reales in einer Wohnung statt. In dieser Wohnung gibt es vier Räume.

  • 1. Raum: Die Vergangenheit
  • 2. Raum: Gewohnheiten und Muster
  • 3. Raum: Negative Gefühle
  • 4. Raum: Menschen

Loslassen: Mach einen Frühjahrsputz im GefühlshaushaltNun gehst du wie bei einem klassischen Frühjahrsputz vor. Ein Raum nach dem anderen wird von dir inspiziert und anschließend gesäubert. Wichtig ist, dass du dich mental darauf einstellst, dass einige Dinge, für die nicht mehr genug Platz ist, in den Altcontainer müssen. Dafür aber wirst du dich befreit und pudelwohl in deinen inneren Räumen fühlen.

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1. Die Vergangenheit loslassen
  • Stell dir folgende Fragen: Wenn du an deine Vergangenheit denkst, wo verspürst du Reue, Schmerz, Traurigkeit, Wut oder Angst?
  • Notiere alle Erinnerungen, die durch diese Frage hochkommen.
  • Spüre anschließend in dich hinein und wähle die stärkste Erinnerung bzw. das intensivste negative Gefühl aus.
  • Sieh‘ dir dieses Gefühl genau an. Versuche nicht zu beurteilen, sondern inspiziere es als sei es ein sonderbares Objekt.
  • Sag dem Gefühl: „Es ist okay, dass du da bist. Du bekommst deinen Platz.“
  • Stell dir bildlich vor, wie du in deinen inneren Räumen Platz schaffst und sage: „Hier darfst du sein.“ Durch das Annehmen mildert sich die Intensität des Gefühls.
  • Teile dem Gefühl nun erneut mit, dass es sein darf aber dass du auch bereit bist, es jederzeit loszulassen. Stell dir vor deinem inneren Auge vor, wie du ein Fenster öffnest und warte ab, ob es hinausfliegen möchte.
  • Wiederhole diesen Vorgang bei Bedarf einmal pro Woche bis das Gefühl sich verabschiedet.
2. Gewohnheiten loslassen

Schlechte Gewohnheiten – wer hat sie nicht? Ob es nun Süßkram essen, Fingernägel kauen, Rauchen oder der hohe Social-Media-Konsum ist. Irgendwie haben sie sich in unser Leben geschlichen und lassen sich durch das einmalige Kommando, „jetzt ist Schluss damit“, auch nicht vertreiben. Für derartige Gewohnheiten habe ich eine einfache Lösung. Ersetze deine alten negativen Gewohnheiten durch neue und lasse diese zu Routinen werden. Mach beispielsweise anstatt auf Facebook zu scrollen eine Mini-Mediation oder koche dir einen Tee statt in die Süßigkeitenlade zu greifen. Schritt für Schritt lässt du dadurch negative Gewohnheiten los.

3. Negative Gefühle loslassen

Ärger, Wut, Groll, Angst, Stress und das Gefühl nicht genug zu sein, sind nur einige unangenehme Begleiter, die uns das Leben schwer machen können. Um wiederkehrende Gefühle nachhaltig loszulassen, gilt es herauszufinden, woher sie rühren. Meist kann man sie auf zwei unterschiedliche Ursachen zurückführen.

Negative Gefühle durch Gedankenmuster: Loslassen

Wenn du beispielsweise sobald du eine neue Aufgabe bekommst oder dir einen Termin ausmachst, denkst – „oh Gott, wie soll sich das alles ausgehen, da werde ich wieder einen Megastress haben“ – dann folgt deinen Gedanken ein Gefühl. In diesem Fall Druck und Stress. Diese Kettenreaktion kannst du verhindern, indem du negative Gewohnheitsgedanken loslässt. Sag laut oder im Gedanken zu dir selbst: „Ich lasse das Gefühl in Eile oder im Stress zu sein, los. Stattdessen begrüße ich das Gefühl für alles genug Zeit zu haben.“ Wiederhole diese Affirmation so oft bis sich deine Gedanken ändern.

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Negative Gefühle durch Trigger:

Loslassen: Melanie streckt die Arme aus und lässt los.Jeder von uns hat in der Vergangenheit die ein oder andere Kränkung erfahren. Negative Gefühle und emotionale Muster sind häufig eine Konsequenz davon. Um diese Muster und Verletzungen zu lösen, kann dir oben beschriebene Methode Nr. 1 oder dieser Blogbeitrag helfen.

4. Menschen loslassen

Manchmal sind es auch Menschen, die wir loslassen müssen. Zum Beispiel:

  • Menschen, die in ihrem Leben für uns keinen Platz (mehr) haben. Denen wir einfach nicht wichtig sind. Mehr dazu!
  • Menschen, die ständig an uns zerren, uns unsere Energie stehlen oder uns schwächen, anstatt zu stärken. Mehr dazu!
  • Menschen, die es nicht mehr gibt, weil sie sich in eine andere Person gewandelt haben.

Es ist nicht leicht Menschen, die man liebt, gehen zu lassen. Aber es kann sehr heilsam sein. Außerdem schafft man durch das Loslassen dieser Personen mehr Platz für all jene Menschen, die uns stärken und gut tun.

Ich wünsche dir viel Mut für den Frühjahrsputz in deinem Gefühlshaushalt. Von Herzen, Melanie

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5 Kommentare

  1. Hey Melanie,

    das ist eine unglaublich schöne Übung um mit belastenden Gefühlen umzugehen. Ehrlich gesagt habe ich das noch nicht gehört, dass man sich das Ganze tatsächlich wie Räume in einer Wohnung und einen Frühjahrsputz vorstellen soll, finde die Idee aber klasse.

    Das Thema loslassen beschäftigt mich in letzter Zeit ganz besonders, denn damit habe ich selbst immer Schwierigkeiten gehabt. Aber es klappt immer besser und lohnt sich auch. Wie sagt man so schön? Wer loslässt hat beide Hände frei.

    Danke für die schönen Tipps.

    Alles Liebe,
    Tina

    • Liebe Tina!

      Herzlichen Dank für dein wunderbares Statement. Mir geht es genauso – aktuell ist das Loslassen mein großes Thema weswegen es in nächster Zeit auf allen meinen Kanälen (Instagram, Pinterest, Blog, FB…) präsent sein wird.

      Alles liebe und Danke für dein Feedback.
      Melanie

  2. Hallo Tina,
    Ja, jetzt ist der beste Zeitpunkt damit zu beginnen, Frühling, Neuerwachen, Frühjahrsputz, ich danke dir auch für die tollen Tipps. Und bei mir ist es auch an der Zeit so etliches altes los zu lassen, damit das neue Platz zu wachsen hat. Wie im Garten, auch da sollte erst das alte, vergangene, enfernt werden, damit das neue Platz zu wachsen hat.
    Und das Leben ist viel zu schön, als das man sich ständig mit den Dingen rumschlägt, die einem nur eine Last sind.
    Auf ein schönes JETZT.
    Michael

  3. Ja es tut wirklich gut sich in allem nicht so alleine zu fühlen und zu merken das es dir nicht alleine so geht!

    Lieben Dank fur die wertvollen Tipps

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