5 Gedanken, die dein Leben vergiften – Mentale Entschlackung

Diese Gedanken sind wie Gift!

Da sitzt sie nun völlig aufgelöst und gequält von ihrem negativen Gedankenkarussell, das in den letzten Wochen kaum stillgestanden hat. „Mein Mann will die Scheidung und ich verstehe die Welt nicht mehr,“ erzählt Carola.

„Ich habe alles falsch gemacht. Ich war die letzten Monate immer so gereizt und habe ihn dann auch noch dazu verdonnert mehr im Haushalt zu tun. Hätte ich mich bloß zusammengerissen. Wie soll es jetzt nur mit mir weitergehen? Mit meinem mickrigen Gehalt finde ich bestimmt keine schöne Wohnung. Womöglich verliere ich ja sogar meinen Job. Es würde mich nicht wundern, schließlich war ich die letzten Wochen komplett neben der Spur.“

Ungesunde Gedanken

Manchmal machen unsere Gedanken eine schlimme Situation noch schlimmer. In Carolas Fall trifft genau das zu. Sie hält an fünf besonders ungesunden Gedanken fest, die das Gefühl von Machtlosigkeit und Selbstmitleid verstärken und ihr so die letzte noch vorhandene Energie rauben.

Diese fünf Gedanken treten aber nicht nur in Extremsituationen, wie bei Carola auf, sondern vergiften oftmals auch unser Wohlbefinden im Alltag. In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, welche Gedanken uns das Leben schwer machen und wie du diesbezüglich eine mentale Entgiftung vornehmen kannst.

5 ungesunde Gedanken, die uns immer wieder plagen

Vorerst schauen wir uns die typischen Gedanken, die uns runterziehen und an unserem Selbstwert knabbern, genauer an. Im Anschluss stelle ich eine mentale Technik vor, die dir dabei helfen kann dich von diesen Gedanken zu befreien.

1. Fehler in der Vergangenheit

Aus vergangenen Fehlern kann man lernen. Ja, das stimmt. Aber man kann sie nicht mehr rückgängig machen, weswegen Gedanken, wie sie Carola hegt – „ich habe alles falsch gemacht“ – nicht nur verschwendete Energie sind, sondern zudem Gewissensbisse und Selbstverurteilung auslösen. Zu einer Lösung oder gar einer positiven Handlung führen solche Gedanken in der Regel nie.

2. Menschen, denen wir nicht (mehr) wichtig sind

Häufig interessieren wir uns ganz besonders für jene Menschen, die uns links liegen lassen. Ein psychologisches Grundprinzip, das besagt: „mach dich rar, sei ein Star“, ist dafür verantwortlich. In den häufigsten Fällen können wir einen Menschen, der nie in unserem Leben sein wollte oder sich dazu entschlossen hat uns zu verlassen, nicht dazu bewegen uns (wieder) wichtig zu nehmen. Daher sind auch die wehmütigen Gedanken an diese Menschen verschwendet.

Carolas Beispiel: Sie denkt noch immer ständig an ihren Exmann und hofft, dass er seine neue Partnerin wieder verlässt und zu ihr zurückkehrt.

3. Alles, was du nicht hast

Der Fokus auf alles, was wir selbst nicht haben, löst Neid und Selbstzweifel aus. Das liegt daran, dass die Vorboten unserer Gefühle unsere Gedanken sind. Beschäftigen wir uns fortwährend mit Dingen, die wir nicht haben, so entzieht uns das Energie und wir bekommen das Gefühl vom Leben ungerecht behandelt zu werden. Würden wir uns anstatt dessen mit all jenen Dingen beschäftigen, die wir haben, so würde unser Zufriedenheitsgrad steigen.

Carolas Beispiel: „Mein mickriges Gehalt – mein Ex-Partner, der mir fehlt…“

4. Selbstkritik

Konstruktive Kritik kann uns im Leben durchaus weiterbringen. Die meisten Menschen aber, gehen mit sich selbst viel zu hart ins Gericht. Vor allem in unseren Gedankengesprächen entwerten wir uns oftmals und kritisieren alles, was wir nicht außergewöhnlich gut gemacht haben. Unausweichlich stellt sich dadurch das Gefühl ein, dass wir nicht gut genug sind. Würden wir entgegengesetzt an all das denken, was wir besonders gut können und was uns liebenswert macht, so würde dadurch unser Selbstwert, wie auch unser Wohlbefinden steigen.

Auch interessant:  Warum es gut ist, verletzlich zu sein!

Carolas Beispiel: „Ich war ständig gereizt. Ich habe alles falsch gemacht.“

5. Horrorszenarien

Der beste Nährboden für Ängste und Sorgen sind negative Szenarien, die wir uns in Bezug auf unsere Zukunft ausmalen. Wusstest du, dass wir uns im Durchschnitt wesentlich öfter vorstellen, wie unser Leben den Bach runter geht als dass wir im positiven Sinne an die Erfüllung unserer Ziele und Wünsche denken. Fakt ist auch, dass nur die wenigsten unserer Horrorszenarien jemals eintreffen. Die Gedanken daran, vermiesen uns also völlig umsonst die Gegenwart.

Carolas Beispiel: „Womöglich verliere ich ja sogar meinen Job.“

Gedankenentgiftung

Bei der Entlarvung der fünf giftigen Gedankenmuster hat sich herausgestellt, dass diese keinen Nutzen für uns haben. Im Gegenteil, sie entziehen uns Energie und knabbern an unserem Selbstwert. Und dennoch ist es nicht einfach solche Gedanken einfach abzustellen. Mentale Entgiftung macht es möglich. Eine Methode dazu, stelle ich heute vor:

STOPPTAFEL: So stoppst du negative Gedanken

Wenn du dich selbst dabei ertappst, dass dich eines der obigen Gedankenmuster vereinnahmt, dann schließe deine Augen und lass vor deinem inneren Auge eine überdimensional große Stopp-Tafel entstehen. Dadurch unterbrichst du die negativen Gedanken vorerst. Atme anschließend ein paar Mal tief ein und aus und öffne deine Augen wieder. Damit das Gedankenkarussell nicht gleich wieder beginnt, stellst du dir eine der folgenden Fragen.

  • Worüber bin ich glücklich? Oder: Worüber könnte ich glücklich sein?
  • Was begeistert mich? Oder: Wofür könnte ich mich begeistern, wenn ich es wollte?
  • Auf was freue ich mich? Oder: Worauf könnte ich mich freuen?
  • Wofür bin ich dankbar? Oder: Wofür könnte ich dankbar sein?
  • Worauf bin ich stolz? Oder: Worauf könnte ich stolz sein?
  • Was gibt mir Kraft? (Menschen, Orte, Tätigkeiten…)

Durch die Wiederholung der Gedankenstopp-Methode eignest du dir neue, positive Muster an. Anstatt der belastenden Gedanken vermehren sich bejahende und nützliche Gedanken, die dich infolge auch bei lösungsorientierten Handlungen unterstützen.

Eine weitere Methode, um wiederkehrende, negative Gedanken zu erfassen und ihnen die Energie zu entziehen, findest du hier: Glaubenssätze auflösen

Ich wünsche dir viele gesunde Gedanken, deine Melanie

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10 Kommentare

  1. Mir gefällt vor allem die Idee der „positiven“ Fragen – wo es hingehen soll, was passt, worauf man stolz ist! Meiner Erfahrung nach ist man dann glücklich, wenn man macht, was einem Spaß macht und was einem wirklcih wichtig ist. Dinge, die sehr viel Überwindung kosten, welche man als Quälerei empfindet, sind meist von „außen angetriebene Dinge“, die einem nicht gut tun! Danke für die Ideen!

    • Liebe Romana!
      Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich bin ganz deiner Meinung und danke herzlich für dein Feedback.
      Melanie

  2. Danke. Wunderbarer Beitrag.

  3. Liebe Melanie,

    ich habe dich gerade tolle Pins von dir auf Pinterest entdeckt und bin gleich mal rüber gehüpft. Spannender Artikel – besonders die Stopp-Tafel und die inspirierenden Fragen gefallen mir sehr gut. Die Gedankenkarussell-Fahrt kenne ich nur all zu gut – und bessere Fragen können so viel bewirken. Danke für den Anstupser.

    Herzliche Grüsse aus Zürich,
    Tanja

    • Liebe Tanja!
      Herzlichen Dank für dein schönes Feedback. Es freut mich, wenn ich zu deiner Inspiration beitragen konnte. Nun werde ich gleich einmal einen Blick auf deine Pins werfen.
      Liebe Grüße, Melanie

  4. Liebe Melanie,

    wie immer lese ich deine Artikel mit Begeisterung aber jetzt möchte ich auch einmal eine Frage stellen.
    Ich bin gerade in meiner Selbstfindungsphase , dass heißt, das mir seit geraumer Zeit immer und immer wieder mein Verhalten sowie mein Charakter vorgeworfen wird. Allerdings überwiegend nur von Menschen, bei denen ich nicht mehr so funktioniere wie sie es gewohnt sind.
    Ich fange gerade an mich so anzunehmen wie ich bin! Mit meiner Familie habe ich dadurch bereits die Verbindung gelöst. Momentan ist mein Leben dadurch gerade sehr traurig aber ich bete dafür das es sich letztendlich für mich zum positiven ändert. Nach fast 50 Jahren die ich immer alles des lieben freidenswillen getan habe ist jetzt meine Befreiung. LG Brigitte

    • Liebe Brigitte!
      Erstmals vielen lieben Dank für dein Kommentar und deine Offenheit. Ich denke es nur allzu normal, dass man, wenn beginnt sein Selbstbild und damit einhergehend sein Verhalten zu ändern, auf Widerstand trifft. Zumeist gefällt es den Menschen in unserer Umgebung nicht, dass wir uns ändern. Das muss keine böse Absicht sein. Vielmehr liegt es in unserer Natur. Wir wollen die Menschen so haben, wie wir sie gewohnt sind. Alles andere beängstigt uns ein wenig.
      Vielleicht hilft dir das diese Zeit des Umbruches besser zu überstehen. In der Regel bleiben uns danach all jene Menschen erhalten, denen unser Wohl wahrlich am Herzen liegt.
      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft auf deinem Weg.
      Alles Liebe Melanie

    • Hallo liebe Melanie!

      Lieb das du mir geantwortet hast! Es ist in der Tat so, dass wenn man sein Verhalten ändert, sich seine Umwelt ändert. Viele kommen wie du bereits geschrieben hast nicht mit der Veränderung klar und kritisieren, verurteilen und und und! Aber bitte an alle , wenn man bereit ist etwas zu ändern an einem selbst oder in seinem Leben damit man sich besser fühlt, MACHEN BZW. TUN!
      Es werden immer wieder neue Menschen (Engel) in dein Leben treten , jene die dich so nehmen wie du bist.

      Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg
      Brigitte

  5. Hallo liebe Melanie!

    Lieb das du mir geantwortet hast! Es ist in der Tat so, dass wenn man sein Verhalten ändert, sich seine Umwelt ändert. Viele kommen wie du bereits geschrieben hast nicht mit der Veränderung klar und kritisieren, verurteilen und und und! Aber bitte an alle , wenn man bereit ist etwas zu ändern an einem selbst oder in seinem Leben damit man sich besser fühlt, MACHEN BZW. TUN!
    Es werden immer wieder neue Menschen (Engel) in dein Leben treten , jene die dich so nehmen wie du bist.

    Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg
    Brigitte

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