Sanfte Selbstbehauptung – 3 Strategien, um nicht länger schlecht behandelt zu werden

Selbstbehauptung – ein „Ja“ zu dir selbst!

Ja, ich habe es auch manchmal, dieses Gefühl von anderen schlecht behandelt zu werden. Manchmal erscheint es mir respektlos, ab und an komme ich mir von oben herab behandelt vor und ein andermal fühle ich mich einfach nicht ernst genommen. Meist aber macht es mich wütend und genau das bringt mich sehr schnell zu meinem Selbstvertrauen zurück. „So darf mich keiner behandeln,“ ruft eine Stimme in mir dann laut und ich weiß daraufhin, was ich zu tun habe.

Es ist absolut menschlich, dass wir ab und an von Selbstzweifeln geplagt werden. Wenn uns dann auch noch jemand schlecht behandelt, so nagt das natürlich an unserem Selbstwert. Aber nur solange, wie wir es zulassen. Und wie genau das mit dem „Stopp so nicht mit mir“ am besten funktioniert, das möchte ich heute anhand der drei Strategien der sanften Selbstbehauptung aufzeigen.

1. Sanfte Selbstbehauptung – Du bestimmst!

Wenn wir von anderen schlecht behandelt werden, reagieren wir oftmals nicht so, wie wir es uns im Nachhinein wünschen würden. Das liegt daran, dass wir im Moment des Aktes unbewusst glauben, der andere darf uns so behandeln. Durch seinen überzeugenden Auftritt suggeriert er uns, dass das, was er tut, richtig ist. Im Affekt durchblicken wir dieses zwischenmenschliche Spiel nicht und lassen ihm die miese Behandlung durchgehen.

Damit genau das nicht mehr passiert, musst du dir deine persönlichen Umgangsgesetze bewusst machen. Am besten greifst du dazu zu Stift und Papier und notierst dir diese. Als Anregung hier ein paar meiner Umgangsregeln:

  • Es ist nicht okay, dass mir jemand seine Meinung aufzwingt, obwohl ich meine eigene habe.
  • Es ist nicht okay, dass mich jemand unterbricht, weil er lauter schreien kann.
  • Es ist nicht okay, dass mich jemand nur dann anruft, wenn er etwas von mir braucht.
  • Es ist nicht okay, dass mich jemand beleidigt, obwohl ich sachlich bleibe.
  • Es ist nicht okay, dass mich jemand von oben herab behandelt, obwohl ich genauso wertvoll bin, wie er.
  • Es ist nicht okay, dass mich jemand auf Grund mangelndem Wissens bloß stellt, denn ich weiß dafür andere Dinge, die ihm vielleicht bisher verborgen blieben.
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Kommt es zu einer, der von dir im Umgangsgesetz festgelegten Situationen, so kannst du deinen verfassten Satz im Gespräch gleich anwenden. Der sanfte Hinweis auf Benimmregeln wird deinen Gegenüber nicht nur aus dem Konzept bringen, sondern ihn vermutlich auch peinlich berühren.

2. Fussabtreter-Verhalten vermeiden!

Gewisse Verhaltensweise laden unsere Mitmenschen förmlich dazu ein uns schlecht zu behandeln. Übertriebene Höflichkeit, Unsicherheit, ständiges Entschuldigen und vieles mehr triggert das Machtgefühl einiger Menschen und führt infolge zu einem Wertschätzungsdesaster. Um diese Verhaltensmuster loszuwerden, muss man sich derer erstmals bewusst werden. Wirf einen Blick auf die häufigsten Muster und finde heraus, ob du eines oder mehrere davon aufweist.

Menschen, die von anderen als Fußabtreter wahrgenommen werden…

  • entschuldigen sich ständig, obwohl es keinen Anlass gibt.
  • sprechen leise, wenig und meist im Konjunktiv.
  • offenbaren selten bis nie ihre ehrliche Meinung und schon gar nicht, wenn diese der Allgemeinheit widerspricht.
  • sagen zu fast allem „Ja“ und können eine Bitte nur schwer ablehnen.
  • lehnen Lob und Komplimente ab oder entwerten sie durch Aussagen wie: „Das hätte jeder geschafft, das war nicht mein Verdienst, das ist nicht der Rede wert usw.“
  • sprechen schlecht über sich selbst.

Eine Möglichkeit, um sich das schadhafte Verhalten abzugewöhnen, ist Achtsamkeit. Achte darauf, wann und warum du dein Verhaltensmuster lebst. Und überlege dann, wie du anstatt dessen reagieren möchtest. Visualisiere das neue Verhalten immer wieder bis es dir tatsächlich gelingt, es auch in der Praxis zu leben.

Häufig verstecken sich hinter einem schadhaften Verhaltensmuster auch alte Glaubenssätze. Methoden zur Überschreibung von Glaubenssätze, findest du hier!

3. Grenzen festlegen!

Zwischenmenschliche Grenzen werden tagtäglich tausende Male überschritten. Manche Menschen sind dafür anfälliger andere weniger. Ähnlich wie beim Umgangsgesetz, ist das häufig davon abhängig, ob jemand solche Grenzen für sich festgelegt hat.

Was ist damit gemeint? Mein Partner darf mich ruhig einmal liebevoll kritisieren. Er darf auch nach intimen Gedanken fragen und sich ab und an ein Urteil über mich erlauben. Mein Arbeitskollege oder mein Kunde allerdings darf das nicht. Er liegt außerhalb meines engsten Kreises und hat daher bestimmte Abstandregeln einzuhalten. Und wer legt diese fest! Na ich, schließlich geht es ja auch um mich.

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Weißt du wo deine zwischenmenschliche Grenzen liegen? Diese wundervolle Methode kann sie dir bewusst machen.

  • Nimm ein Notizbuch zur Hand und male, wie im Bild rechts ersichtlich, drei Kreise auf.
  • In den innersten Kreis kommen all jene Menschen, denen du vertraust und von denen du weißt, dass sie dich bedingungslos lieben.
  • In den zweiten Kreis schreibst du all jene Personen, die dir wichtig sind, die du magst oder die dich inspirieren.
  • Und im äußeren Kreis finden sich alle anderen Menschen in deinem Umfeld wieder.

Mit dieser Grafik legst du fest, wie nahe dir jemand kommen darf und was du ihm erlaubst. Außerdem unterstützt dich deine Aufzeichnung dabei, dir bewusst zu machen, welche Menschen dir gut und welche dir weniger gut tun.

Manchmal muss man im Leben einfach Grenzen ziehen. Nicht um anderen weh zu tun, sondern um sich selbst zu schützen. Alles Liebe deine Melanie

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7 Kommentare

  1. Liebe Melanie!
    Ein wertvoller Text, der mich trotz eisernen Selbstvertrauen anspricht. Oft ist es nur das Gefühl schlecht behandelt zu werden, dem ich etwas entgegen setzen möchte. Deine Anregungen dazu geben mir einen tieferen Blick hinter die Bedürfnisse und eigenen Fehlbewertungen hinter der Fassade.
    lieben Dank und mach bitte weiter so

    • Liebe Silvana!
      Danke für deine wertschätzenden Worte, die mich unter anderem dazu motivieren immer wieder aufs neue in die Welt der Gedanken und Gefühle einzutauchen und darüber zu schreiben.
      Herzlichen Gruß Melanie

    • Hallo Silvana!
      Ich danke dir herzlich für dein wertschätzendes Feedback <3
      Alles Liebe, Melanie

  2. das ist wirklich ein sehr schöner beitrag und ich kann mich in dem einen oder anderen punkt durchaus wiederfinden. danke für den hinweis!

  3. Woooow wie wahr…ich falle auch immer wieder, in diese Falle ….danke gute Tips ….

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