Selbstgespräche – die Macht der Gedanken

Wie sprichst du eigentlich mit dir?

Welche Gedanken prägen deine Selbstgespräche? Denkst du bewusst? Negativ oder Positiv? Und warum ist das wichtig?

Bevor wir herausfinden, wie wir mit uns selbst sprechen und welchen Einfluss das wiederum auf unser Leben hat, möchte ich ein paar interessante Fakts zum Thema Gedanken festhalten:

  • Wir Menschen haben durchschnittlich rund 50.000 – 60.000 Gedanken pro Tag.
  • Nur circa 3-5% unserer Gedanken sind im Durchschnitt positiv bzw. aufbauend.
  • Gedanken sind elektromagnetische Schwingungen, die wir bewusst lenken können.
  • Gedanken sind Energien, die Realität erschaffen. Zuerst der Plan – dann das Haus!
  • Gedanken werden zu Gefühlen. Gefühle beeinflussen unsere Worte und Taten. Unsere Handlungen und Emotionen prägen unseren Charakter. Das Resultat daraus ist unsere Persönlichkeit, die dafür ausschlaggebend ist, wie unser Leben verläuft.

Selbstgespräche prägen unser Leben

Wer also weiß, wie viel Kraft die eigenen Gedanken haben, kann sich ausmalen, welch starke Wirkung Selbstgespräche auf unser Leben haben. Vereinzelt mag gemeint werden, dass man nicht mit sich selbst kommuniziert. Bei genauerer Überlegung aber tun wir das alle. Mir ist durchaus klar, dass nicht viele, so wie ich, morgens vor dem Spiegel stehen und sich sich selbst mit einem Kompliment begrüßen. Aber auch wenn wir nicht mit unserem Spiegelbild sprechen oder bewusst über uns selbst urteilen, tun wir es unbewusst dennoch immer wieder.

Von unbewusst zu bewusst!

Nur einen Bruchteil unserer 50.000 Gedanken pro Tag denken wir bewusst. Der Großteil erfolgt unbewusst. Kein Wunder also, dass negative Gedanken es immer wieder an die Oberfläche wagen. Um die Selbstsabotage durch negative Gedanken zu verhindern, müssen diese erstmals aufgespürt werden und somit ins Bewusstsein gelangen. Dabei unterstützen dich die folgenden Sätze – kommt dir vielleicht einer oder mehrere dieser Gedanken bekannt vor?

  • Ich bin zu blöd dazu
  • Alle anderen schaffen es – nur ich nicht
  • Wie schau ich denn schon wieder aus – ich bin nicht schön
  • Ich Depp – hab schon wieder alles falsch gemacht
  • Ich bin ein emotionales Wrack
  • Ich kann das nicht – ich schaffe das nicht
  • Ich bin anders – nicht normal
  • Ich bin nicht liebenswert
  • Nimm dich nicht so wichtig – ich bin nicht wichtig
  • Ich habe es zu nichts gebracht – werde es zu nichts bringen
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Diesen und ähnlichen Gedanken setzen wir uns selbst tägliche viele Male aus. Ohne, dass wir das bewusst registrieren, brennen sie sich in unser Gehirn ein und werden so zu Glaubensmustern. Nach einiger Zeit nehmen wir diese als Realität an, worauf hin wir mehr und mehr danach handeln. Das Resultat daraus ist, uns widerfährt im Außen genau das, was wir gedanklich produzieren.

Selbstgespräche in der Praxis

Am Beispiel von Sandra lässt sich dieses Prinzip leicht in die Praxis transformieren. Sandra ist seit sieben Jahren allein stehend. Seit ungefähr sechs Jahren beschäftigt sie sich damit, warum sie keinen Partner findet. Ihre Gedanken dazu sind: „Ich bin einfach zu kompliziert – eben anders als die Anderen. Außerdem nicht besonders schön. Wenn ich morgens in den Spiegel schaue kommt mir fast das Kotzen. Mit ein bisschen Schminke im Gesicht geht es dann wieder. Aber ich bin halt auch kein Kommunikationsprofi. Ich trau mich einfach nicht. Außerdem werde ich schon langsam alt und habe es zu nichts gebracht. Wer soll mich denn schon liebenswert finden. Ich habe das Gefühl für niemanden wichtig zu sein“.

Wenn wir davon ausgehen, dass Sandras Worte tatsächlich zur Realität werden, so verwundert es nicht, dass Sandra, die im Übrigen eine durchaus kluge und attraktive Frau ist, noch immer keinen Partner an ihrer Seite hat.

Deine Gedanken werden wahr!

Stell dir nun bitte bildlich vor, dass deine Gedanken von heute auf morgen zu deiner Realität werden. Was würdest du dann am Liebsten von dir denken? Liste jetzt mindestens fünf positive Sätze in der Gegenwartsform auf. Sei großzügig und statte dich mit positiven und wunderbaren Eigenschaften aus. Vermeide dabei Verneinungen. Hierfür einige Beispiele:

  • Ich bin aber so was von liebenswert!
  • Ich bin intelligent und erfolgreich!
  • Ich bin hübsch!
  • Ich bin sexy!
  • Ich bin mir das Wichtigste im Leben!
  • Ich schaffe alles was ich möchte!

Nun starte bitte mit mir gemeinsam einen Versuch. Wähle dafür einen deiner positiven Sätze aus. Beispielsweise: „Ich bin absolut liebenswert“

  1. Nun fragst du dich, inwiefern du dich bereits wirklich so fühlst. Skaliere dieses Gefühl. Wenn 10 bedeutet du fühlst dich absolut liebenswert und 0 du fühlst dich überhaupt nicht liebenswert. Auf welchem Wert stehst du dann derzeit?
  2. Wenn du deine Antwort mit einem höheren Wert als 0 beurteilst – so frage dich – im positiven Sinne – Warum bin ich nicht mehr auf 0, sondern bereits auf 1,2,3…? Dafür muss es doch Gründe geben.
  3. Anschließend stellst du dir noch folgende Frage: Was könntest du bereits heute dazu beitragen, dass du mit deinem Gefühl einen höheren Skalenwert erreichst? Was könntest du tun, sagen, denken… damit du morgen oder in einer Woche einen Skalenschritt höher bist?
  4. Und dann probier es gleich heute aus und kontrolliere, ob du dich morgen bereits ein bisschen „ liebenswerter, erfolgreicher, hübscher etc.“ findest. Und wenn dir die positive Steigerung der Gefühle gefällt, so wiederholst du diese Übung einfach mehrmals die Woche.
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Ich bin überzeugt davon, dass ein liebenswerter Umgang mit sich selbst einen enormen Einfluss auf den Zufriedenheitsgrad, die Liebe und den Erfolg in unserem Leben hat. Außerdem festigen positive Selbstgespräche natürlich auch die Selbstliebe, was sich weiters vorteilhaft auf unsere körperliche und geistige Gesundheit auswirkt.

Ich wünsche dir einen Tag voller bewusster und positiver Gedanken – eure Melanie

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12 Kommentare

  1. Das sind ja tolle Informationen bzw. Fakten! 3-5% positiv? Das ist ja entsetzlich!! Das müssen wir ändern! :-))) Ich fange mal an: Toller Post!

    Liebst
    http://www.sugarpopfashion.com

  2. Toller Beitrag, der tatsächlich zum Denken anregt! Ich bin auch ein Mensch, bei dem eher die negativen Gedanken überwiegen! Aber das möchte ich auf jeden Fall ändern und ich werde umgehend daran arbeiten!

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
    Liebste Grüße
    AnnaLucia
    http://annalucia.de/

    • Danke für dein offenes Statement Anna! Bewusstsein ist der erste Schritt zur Veränderung. Und das ist schon ein riesen großer Schritt, den die Mehrheit kaum wagt. lg Melanie

  3. Hallo Melanie,
    ich denke, es ist schon mal wichtig, sich im ersten Schritt darüber bewußt zu werden, dass wir tatsächlich alle negative Glaubenssätze in uns tragen, und diese dann mal an die Oberfläche bringen. Und bevor wir diese in positive Glaubenssätze umwandeln, sollten wir uns unserer Schwächen auch mal annehmen. Genauer gesagt: Sich bewusst zu machen, dass man seine zB. Impulsivität nicht mag, danach aber auch zu sagen: Ich mag es nicht, ich bin mir dessen bewusst, und es ist auch okay, dass ich diesen Teil nicht leiden kann. Denn wenn man ständig versucht, nur positiv zu denken, erzeugt das wiederum Druck, dies auch schaffen zu müssen. Was wiederum heisst, dass wir uns schlecht fühlen, wenn wir schlecht von uns denken. 😉 Eine Spirale, der man am besten entkommt, wenn man sich und seine positiven wie auch negativen Gedanken einfach annimmt… und die mal anfängt zu lieben. Also kurz gesagt: Mir passt nicht alles an mir, und das ist völlig okay, dass ich so fühle. Und wenn das klappt, dann verwandeln sich negative Glaubenssätze auch in positive… weil man beginnt sich selbst zu lieben, mit allen Facetten. 🙂

    • Danke für das wunderbare Kommentar. Ja – die Akzeptanz ist ein großer Verwandungskünstler. Sie nimmt Ängsten, Sorgen… Negativem einfach die Energie und plötzlich ist das Schlechte gar nicht mehr so schlecht. Das durfte ich selbst erfahren als ich endlich begann meinen permanenten Schmerz zu akzeptieren.
      Außerdem erinnert mich das an einen meiner Lieblingssprüche: „Ich habe keine Macken – das sind Special Effekts“ 🙂
      Herzliche Grüße und bis bald!

  4. das ist so wahr! Interessant ist, dass selbst wenn man sich dessen bewusst ist, fällt öfters in die Falle!

  5. Hallo Melanie, vielen Dank für den tollen Blog.
    Ja, der Verstand ist eine Dramaqueen. Das mache ich mir immer wieder bewusst.
    Herzlichst Mila

    • Liebe Marlen!
      Was für ein liebevoller Ausdruck für unseren so rationellen Begleiter 🙂
      Herzlichen Gruß Melanie

  6. Liebe Melanie, liebe alle,

    vielen herzlichen Dank für diese wetvollen Impulse! Das „Skalieren der Gedanken“ finde ich interessant und habe ich sogleich ausprobiert.
    Ich lerne: Ich kann es tatsächlich üben, konstruktive Gedanken zu denken. Oft spreche ich laut & liebevoll mit mir: „Mein Schatz, mach jetzt mach langsam.“ o.ä.

    Alles Liebe, Carolin

    • Liebe Carolin!
      Es freut mich, dass mein Text deine Gedanken inspiriert hat. Auf dem Weg der positiven Selbstgespräche wünsche ich dir viel Erfolg.
      Alles Liebe Melanie

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