Panikattacken – Meine lebens(freude)-rettenden Maßnahmen

Panikattacken – So habe ich mich selbst gerettet!

Heute möchte ich eine besonders mutige, junge Frau zu Wort kommen lassen. Die 25-jährige Viktoria schildert ihren Umgang mit einer weit verbreiteten Krankheit namens „Angststörung“. Alleine in Österreich leiden 5-15% der Bevölkerung unter regelmäßigen Panikattacken.  Ein Grund mehr, warum wir diese Erkrankung heute thematisieren möchten.

Ich und die Panikattacken – Viktoria

Hallo, ich bin Viktoria, leidenschaftliche Golferin, Yoga-Praktizierende und Genussmensch in jeglicher Hinsicht. Heute möchte ich euch erzählen, wie ich es geschafft habe mich langsam aber sicher von meinen Panikattacken und seelischen Tiefs zu verabschieden.

Im Dezember 2014 an einem gewöhnlichen Tag ohne besondere Vorkommnisse überfiel mich eine noch nie zuvor dagewesene Angst. Die Intensität dieses Zustandes ist mit Worten nicht zu beschreiben. Ein Gefühl der Hilflosigkeit, die große Angst vor dem Aus und ein tiefer Schock vereinnahmten mich so sehr, dass es mir nicht mehr möglich war einen klaren Gedanken zu fassen.

Ab diesem Zeitpunkt litt ich circa eineinhalb Jahre an regelmäßigen Panikattacken. Die Hölle auf Erden. Nicht einmal meinem schlimmsten Feind, würde ich diese Qualen wünschen.

Als im November 2015 der Leidensdruck dermaßen groß wurde, dass ich geradewegs in eine ausgewachsene Depression schlitterte, beschloss ich etwas in meinem Leben zu ändern. Aber was?

Meine Maßnahmen im Umgang mit Panikattacken

Der Erste Schritt führte mich zu meinem Hausarzt, der mich schlussendlich davon überzeugte unterstützend eine geringe Dosis eines beruhigenden Antidepressivums einzunehmen. Mir war klar, dass mich dieses nicht wieder gesund machen würde, sondern lediglich dafür sorgte, dass ich wieder zu mehr Motivation und klareren Gedanken fand. Mittlerweile habe ich es geschafft die genannten Medikamente wieder abzusetzen und bin im Übrigen von den Gruselmärchen des Entzugs absolut verschont geblieben.

Also beschäftigte ich mich intensiv mit den Symptomen und den Auslösern meiner Panikattacken. Und was kam dabei heraus? Tja, wie bei allen Dingen die uns im Leben passieren, sind es hauptsächlich unsere Gedanken, die all dies erst auslösen. Der Körper reagiert auf die Stress und Angst erzeugenden Gedanken und so entsteht dann auch der Teufelskreis zwischen Körper, Geist und Seele.

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Falls ihr hofft, ich könnte euch einen Trick verraten, der unser Leiden in Null Komma nichts auflöst, muss ich euch leider enttäuschen. Dennoch kann ich euch versprechen, dass viele kleine Veränderungen es möglich machen wieder zu einem glücklichen und bewussten Leben zurück zu finden. Das Wichtigste an der ganzen Sache ist Geduld und Nachsicht mit sich selbst. JEDER KANN ES SCHAFFEN!

Schritte auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben

Akzeptieren und Annehmen, was da ist. Im Internet stieß ich auf einen gewissen Arne Tempel, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Menschen mit Depressionen zu helfen, indem er Ihnen mittels Newsletter von seinen eigenen Erfahrungen berichtet und Tipps für ein ehrliches, verletzliches und selbstbestimmtes Leben gibt.

Er selbst hat schwere Depressionen und sogar einen Selbstmordversuch hinter sich. Aber er hat es geschafft sich aus seiner einst so aussichtslosen Situation zu befreien und ist genauso, wie ich fest davon überzeugt, dass dies jedem gelingen kann! Wichtig dabei ist nur AKTIV zu werden.

Durch ihn wurde mir klar, dass zum Leben eben nicht nur schöne Gefühle sondern auch negative Gefühle gehören. Gefühle wollen genauso, wie wir selbst, nur angenommen und akzeptiert werden. Dann können Sie sich auch wieder auflösen. Dauerhaft unterdrückte Gefühle hingegen machen krank.

Gefühle zulassen!

Anstatt also meine negativen Gefühle und Gedanken zu unterdrücken, begann ich damit sie zu lokalisieren und aktiv wahrzunehmen:

  • Wo im Körper befindet sich Angst, Trauer, Wut, Verzweiflung?

Am besten gelingt mir dies mittels Meditation. Wenn ich wieder einmal, den von mir so gehassten Druck, auf der Brust verspüre und das Gefühl habe zu wenig Luft zu bekommen, sage ich liebevoll zu mir selbst: „Hallo lieber Druck, bist auch wieder mal da. Es ist in Ordnung du darfst da sein.“

Ich versuche nicht mehr verzweifelt nach Luft zu schnappen, was meine Beschwerden in der Regel nur verschlimmert, sondern atme ruhig und tief weiter bis endlich die gewünschte Erleichterung eintritt. Natürlich gelingt es mir nicht immer „cool“ zu bleiben. Aber auch das ist völlig in Ordnung. Ab und zu dürfen wir auch einfach mal verzweifeln.

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Auch weinen ist äußerst effektiv. Anstatt seine eigenen Gefühle und somit auch einen Teil von sich selbst abzulehnen, sollten wir lernen uns selbst anzunehmen, mit allem, was dazu gehört. Hier beginnt aktive Selbstliebe!

Top 10 Liste meiner lebens(freude)rettenden Maßnahmen

Natürlich spricht nicht jede Selbsthilfemöglichkeit jeden gleichermaßen an. Dennoch glaube ich, dass einige der angeführten Punkte auch dir zu einem glücklicheren und bewussteren Leben verhelfen können:

  • Yoga, Autogenes Training, Meditation
  • Achtsamkeit (Ein Leben im Hier und Jetzt)mov_0149_000013
  • Aktive Selbstliebe
  • Akzeptieren und Annehmen, was da ist
  • Lebensveränderung (Was tut mir nicht gut – mein Job, meine Beziehung, meine Umgebung…)
  • Absetzen jeglicher künstlicher Verhütungshormone
  • Umstieg auf natürliche Verhütung
  • Gesunde Ernährung
  • Das Rauchen stark reduzieren bzw. aufgeben
  • Alkohol meiden bzw. stark reduzieren
  • VIEL LACHEN!

Ich wünsche euch viel Mut und Kraft bei euren persönlichen lebens(freude)rettenden Maßnahmen!

Ich danke Viktoria für ihren klaren Worte, ihre Offenheit, sowie für ihre hilfreichen Ideen, lieben Gruß Melanie

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14 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel und deine Offenheit. Sport würde ich als praktischen Tipp noch hinzufügen wollen. 😉

    LG.

    Sebastian

    • Hallo Sebastian! Es ehrt mich sehr, dass du dir die Zeit dafür genommen hast meinen Artikel zu lesen, zumal ich auch dein Buch gelesen habe, welches mir im übrigen sehr gut gefallen hat!
      Du hast natürlich vollkommen Recht. Sport gehört ebenfalls in die Kategorie der Lebens(freude) -rettenden Maßnahmen. Leider wurde der Artikel in deiner Facebookgruppe „Hilfe bei Angst und Panikattacken“ nicht sehr gut angenommen.
      Ich sollte hier keine Werbung machen… Alles was ich wollte war meine Geschichte zu erzählen und Menschen in der selben Situation wieder etwas Mut zu machen. Ich in meiner schlimmsten Phase wäre jederzeit froh gewesen von Menschen zu lesen die es geschafft haben dieser Hölle zu entfliehen. Du und Arne Tempel haben mir sehr viel Kraft gegeben. Danke dafür!

      LG Viktoria

  2. Hallo Sebastian! Danke für dein Feedback. Ich gebe es gerne an Viktoria weiter. Du hast bestimmt recht, was die sportliche Betätigung betrifft. Viki ist selbst leidenschaftliche Sportlerin und würde das mit Sicherheit bestätigen!

  3. Eine sehr mutige Frau bist du Viki! Das was du geschafft hast macht Mut. Und es klingt nach der Wahrheit – es macht mir bewusst, dass auch ich auf dem richtigen Weg bin und es vermutlich nur nich ein wenig dauert!

    • Hallo Marlene, 🙂

      Entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde. Ich habe momentan recht viel zu tun, da ich mitten in einem Umzug und in den Winter-Vorbereitungen stecke.

      Ich bin mir sicher, dass du auf dem richtigen Weg bist. Am Besten spürt man es eh selber. 🙂

      Hab Geduld, „stay positive“ und mach weiter. Du wirst sehen plötzlich fällt dir auf was du alles geschafft hast, auch wenn es manchmal Rückschläge gibt. Das heißt nicht, dass du nicht vorwärts gekommen wärst.

      VIEL GLÜCK und eine entspannte Adventszeit wünsch ich dir!

      LG Viki

  4. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Panikattacken können ein großes Problem darstellen. Besonders nächtliche Panikattacken wirken sich enorm negativ auf das Leben aus.
    Mit besten Grüßen,
    Sina

    • Liebe Sina!
      Ja, ich danke Viktoria auch für ihre Offenheit. Ich denke es ist wichtig mit diesem Thema offen umzugehen und sich auszutauschen.
      Herzliche Grüße und alles Liebe für dich.
      Melanie

  5. Hallo liebe Viktoria,
    Ich danke dir für diesen Beitrag! Ich selbst bin auch von Panikattacken betroffen. Ich erlebte sie Nachts und konnte nicht mehr schlafen. Genau wie du hätte ich dieses Gefühl nicht mal meinem größten Feind gewünscht. Es ist tatsächlich die Hölle auf Erden. Nur dank Schlaftabletten, Antidepressiva und Psychotherapie geht es mir heute wieder besser. Derzeit bin ich dabei die Antidepressiva langsam auszuschleichen, bisher auch ohne Drama.
    Vielen dank für deinen Bericht, man ist damit nicht allein.
    Liebe Grüße

  6. Hallo Melanie, hallo Viktoria. Ein sehr schöner Artikel und offene Worte , die du hier gefunden hast. Auch ich kenne Panikattacken und arbeite an meiner Weiterentwicklung- ich bin also ganz bei dir, mit Erfahrungen und mit deinen Tipps.

    Melanie, ich finde deinen Blog und deine Themen einfach nur toll. So langsam wage ich mich auch wieder ans lesen deines Blogs, hab mich und meinen Stil für meinen Blog gefunden, sodass ich keine Angst mehr habe, aus versehen was von dir aufzugreifen 😉 und abzukupfern. Ich möchte mich auch auf diesem Wege nochmal bei dir bedanken, dass du jede einzelne Mail von mir beantwortet hast. Danke für deine Inspiration, du sprichst mir manchmal echt aus dem Herzen und ich fühle mich manchmal durch „unsere gemeinsame Leidensgeschichte“ echt verbunden mit dir.
    Alles Liebe dir, von Herzen Madeleine

  7. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Dieser gibt wirklich Mut und Hoffnung. Werde den Beitrag gerne weiter empfehlen.
    Mit besten Grüßen,
    Sebastian

  8. Hallo Viktoria. Eine Panikatake ist kein schönes Gefühl, bin auch in so einer Situation und auf den Weg das es wieder besser wird. Mit Yoca, Sport und viel Ruhe, außerdem gute Freunde und Familie und man braucht jemanden zum Reden, geht es auch wieder gut voran. Man sollte sich kleine Ziele nach vorne setzen und immer wieder optimistisch sein, egal wie es einen geht. L. G. und gutes gelingen Beate Neumann.

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